Zweitbeste Zuckerrübenernte in Norddeutschland

Im Durchschnitt der Kampagne wurde ein Rübenertrag von rund 80 Tonnen je Hektar (t/ha) mit einem Zuckergehalt von 17,8 Prozent erzielt Foto: Zuckerübenanbauerverband (ZAV)

Nach 2014 ernten Rübenanbauer 80 Tonnen je Hektar / Mehr Fläche für Öko-Rüben

L P D – Die Zuckerrübenkampagne 2021/22 geht dem Ende zu. Länger als sonst haben die Zuckerfabriken Rüben angenommen und verarbeitet. „Die Rübenerträge sind höher als erwartet, allerdings sind die Rüben nicht so süß wie in den Vorjahren“, sagt Dr. Heinrich-Hubertus Helmke, Geschäftsführer des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ). Grund dafür sei die Witterung. Zwar stand den Zuckerrüben in Niedersachsen fast überall während des Vegetationszeitraums ausreichend Wasser in Form von Niederschlag zur Verfügung, allerdings führte der Regen auch zu einer Verdünnung des Zuckergehaltes. „Zudem hat die Nässe in einigen Regionen zur Ausbreitung von Pilzen in Zuckerrüben geführt“, erklärt Geschäftsführer Dr. Helmke gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Zu Beginn der Zuckerrübenernte 2021 war der Zuckergehalt der Rüben mit unter 17 Prozent recht niedrig, denn es fehlte vor allem Sonne. Die landwirtschaftliche Kulturpflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewächse wandelt Kohlendioxid (CO2) mit Hilfe von Sonnenenergie in Zucker um. Die günstige Witterung im Herbst mit einigen Sonnenstunden und kalten Nächten führte deshalb noch zu einem stetigen Anstieg des Zuckergehalts.

Im Durchschnitt der Kampagne wurde ein Rübenertrag von rund 80 Tonnen je Hektar (t/ha) mit einem Zuckergehalt von 17,8 Prozent erzielt. Daraus errechnet sich für das gesamte DNZ-Verbandsgebiet ein Zuckerertrag von gut 14,2 Tonnen pro Hektar. „Damit fahren Norddeutschlands Zuckerrübenanbauer nach 2014 das zweitbeste Ernteergebnis ein. In einigen Regionen wurden sogar 15 Tonnen Zucker je Hektar erreicht“, führt DNZ-Geschäftsführer Helmke mit dem Beispiel aus, dass daraus rund 300.000 herkömmliche Tafeln Vollmilchschokolade hergestellt werden können.

Bei den Öko-Rüben, die schon im September geerntet und verarbeitet worden sind, konnte im Durchschnitt mit knapp 8,9 Tonnen Zucker ebenfalls deutlich mehr als vergangenes Jahr mit 7,4 t/ha geerntet werden. Seit der ersten Öko-Rübenkampagne 2017 hat sich die Zahl der Öko-Rübenanbauer im Verbandsgebiet des DNZ von 30 auf 120 vervierfacht. Dementsprechend hat die Anbaufläche für Öko-Rüben im DNZ-Verbandsgebiet zugenommen. Erntearbeiten, Verladung, Transport und Verarbeitung liefen auch hier relativ problemlos.

Angesichts der Corona-Situation werden auch in diesem Jahr die Winterversammlungen der Rübenanbauer wieder als digitale Veranstaltung unter dem Motto „Kampagne kompakt“ stattfinden. Am 8. und 9. Februar 2022 haben an acht Online-Terminen die Zuckerrübenanbauer die Möglichkeit, sich wieder „rund um Rübe und Zucker“ zu informieren. (LPD 08/2022)

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