Zuckerrübe bleibt Niedersachsens wichtige Ackerkultur

Reihenschluss bei den Zuckerrüben. Foto: DNZ

Aktuelle Rübenlieferverträge werden gut angenommen / Preisaufschlag wird erwartet

L P D – Die Rübenlieferverträge für das nächste Anbaujahr sind bereits abgeschlossen. „Wir rechnen damit, dass in Niedersachsen etwa wieder ebenso viel Zuckerrüben angebaut werden, wie in den Jahren zuvor“, erklärt Dr. Heinrich-Hubertus Helmke, Geschäftsführer des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ). 2023 werden demnach wohl rund 100.000 Hektar mit der süßen Feldfrucht bestellt werden. Damit ist die Zuckerrübe für rund 5.000 landwirtschaftliche Betriebe eine feste Größe auf Niedersachsens Feldern, teilt der Landvolk-Pressedienst mit.

„Anders als bei vielen anderen Ackerkulturen handelt es sich bei den Rüben ausschließlich um Vertragsanbau. Die Anbauverträge werden jährlich zwischen Zuckerunternehmen und Anbauerverbänden ausgehandelt“, erklärt Helmke. Im Norden Deutschlands ist dies die Aufgabe des DNZ in Zusammenarbeit mit der Nordzucker AG. Für 2023 haben sich die Verhandlungspartner auf einen Mindestpreis verständigt, der nach der Kampagne nochmal nachverhandelt wird. „Angesichts der aktuellen Marktentwicklungen innerhalb und außerhalb des EU rechnen wir mit einem deutlichen Aufschlag. Gute Auszahlungspreise für Rüben sind angesichts gestiegener Energie- und Düngemittelkosten sowie der erheblich verbesserten Erlössituation bei alternativen Ackerkulturen allerdings auch dringend notwendig“, sagt Helmke.

Zwischenzeitlich sind in allen Rübenbeständen die Reihen geschlossen. Dies bedeutet, dass das Blätterdach der Kulturpflanzen den Boden vollständig überschattet und deshalb kaum noch Unkraut wachsen kann. Die Zuckerrübe geht jetzt ins sogenannte Dickenwachstum über: Sie fängt nun mit ihrem Blattapparat Sonnenstrahlen auf und lagert diese Energie in den Rübenkörper als Zucker ein. Mit ausreichend Regen und Nährstoffen wird sie bis zu ihrer Ernte im Herbst fast ein Kilogramm wiegen. Durchschnittlich 18 Prozent Zucker hat die Rübe dann eingelagert. Hinzu kommen etwa sieben Prozent Gerüstsubstanz, die nach der Verarbeitung als Viehfutter verbleiben. Die restlichen 75 Prozent sind Wasser, das im Fabrikationsprozess zurückgewonnen und zum Teil als Beregnungswasser für die kommende Ernte genutzt werden kann. Die Zuckergewinnung hingegen ist allerdings sehr energieaufwändig. Aufgrund der aktuellen Knappheiten an den Märkten sucht die Zuckerwirtschaft verstärkt nach Alternativen. „Mittelfristig könnte die energetische Nutzung der Rübenschnitzel eine vielversprechende Möglichkeit bieten, die dabei noch einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz leisten würde“, zeigt Helmke abschließend auf. (LPD 51/2022)

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