Zu Pfingsten kommen Frühkartoffeln auf den Tisch

Kälte und Trockenheit waren in 2021 für den Anbau von Frühkartoffeln eine Herausforderung, Foto: Landpixel

Extrem kaltes Frühjahr verzögert das Wachstum der gesunden Knollen

L P D – Die Bauern haben früh gepflanzt und auf ein ähnlich warmes Frühjahr wie in den Vorjahren spekuliert, aber die Kälte und der Sturm haben ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Das war kontraproduktiv“, stellt Landvolkpräsident Dr. Holger Hennies fest. Er rechnet aber damit, dass er auf seinem Bauernhof im Osten Hannovers zu Pfingsten endlich genug Frühkartoffeln ernten kann, um seine Kunden zufrieden zu stellen, die zum Spargel neue Kartoffeln essen möchten.

Denn obwohl die Frühkartoffeln schon auf den sich schnell erwärmenden Sandböden rund um Burgdorf und Uetze angebaut werden, brauchen sie doch wärmende Sonnenstrahlen, um zu wachsen. „So ein kaltes Frühjahr hatten wir lange nicht mehr“, sagt Hennies. In Niedersachsen wurden 2021 ungewöhnlich niedrige Werte gemessen. Laut Deutschem Wetterdienst DWD war es sogar der kälteste April seit 1977. Demnach lagen die Temperaturen im Schnitt bei 6,2 Grad.

Die Kälte war so gefährlich für die gekeimten Mutterknollen, dass die Landwirte sie mit einer Frostschutzberegnung geschützt haben und so größere Schäden verhindern konnten. „Sobald die Wärme kommt, wachsen sie los“, ist sich Joachim Hasberg, Geschäftsführer der Niedersächsischen Frühkartoffelerzeugergermeinschaft, sicher. Lediglich die vorgekeimten Kartoffeln, die ohne schützende Folie in der Erde lagen, könnten erfroren sein. Zudem haben Sturm und Hagel zum Teil Schäden an den Folien verursacht.

„Das Wetter war in diesem Frühjahr eine echte Herausforderung für die Landwirte“, sagt Hasberg. Zudem ähnelte der April 2021 beim Niederschlag den Vorjahren und war deutlich zu trocken. Über den Regen im Mai haben sich die Landwirte daher sehr gefreut. 2020 mussten sie die Kartoffeln aufgrund der Trockenheit zu dieser Zeit bereits beregnen. Die 150 Landwirte in der Frühkartoffelerzeugergemeinschaft zwischen Hannover und Peine wollen auf etwa 2.700 Hektar Frühkartoffeln ernten. Insgesamt wurden in Niedersachsen nach Angaben des Landesamtes für Statistik auf rund 121.250 Hektar Kartoffeln gepflanzt. Das sind 1,7 Prozent weniger als 2020. Bis die ersten Kartoffeln geerntet werden können, stehen noch Lagerkartoffeln aus der großen Vorjahresernte bereit. Die Verbraucher können sich also noch zu günstigen Preisen mit heimischen Kartoffeln eindecken, um sie vielseitig als Beilage, Suppe oder Salat zuzubereiten. (LPD 38/2021)

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