Wie weiter umgehen mit den Wölfen?

"Es ist bereits 5 nach 12“, unterstreicht Jörn Ehlers als Sprecher Aktionsbündnisses und Landvolk-Vizepräsident die Forderungen der Weidetierhalter nach einem aktiven Wolfsbestandsmanagement. Foto: Weidetierhalter demonstrieren gegen die Wolfspolitik anlässlich der UMK in Wilhelmshaven 2022 Foto: Landvolk

Demo zur UMK am 6. Juni / Aktionsbündnis tagt / 1. Echemer Zaun-Tag am 7. Juni

L P D – „Fünf nach Zwölf für die deutsche Weidehaltung“: So sieht es nicht nur der Förderverein der Deutschen Schafthaltung, sondern auch viele befreundete Weidetierhalter-Verbände sehen aufgrund der massiven Ausbreitung des Wolfes in Deutschland die Weidetierhaltung in Gefahr. Sie werden deshalb dem Aufruf folgen und am 6. Juni bei der Umweltministerkonferenz (UMK) in Bad Dürkheim ihren Unmut zum Stillstand in der Wolfspolitik kundtun. „Wir erinnern uns an die vergangene UMK in Münster, wo sich Bundesumweltministerin Lemke für den „Vorstoß Schnellabschüsse“ feiern ließ, die sowohl in Niedersachsen als auch in Nordrhein-Westfalen vor allem eines wurden: Schüsse in den Ofen“, bewertet der Vorsitzende des Fördervereins, Wendelin Schmücker, das gesamtpolitische Versagen in der Wolfspolitik.

Schmücker verweist auf die Weidetierhaltung als die ursprünglichste Form der artgerechten Tierhaltung, die nicht nur die Natur erhalte und pflege, sondern die von allen wertgeschätzt werde. Er setzt deshalb auf die Solidarität mit den Weidetierhaltern und auf die Unterstützung aus dem ländlichen Raum. „Es ist an der Zeit, klare Kante und Präsenz gegen diese unhaltbaren Zustände zu zeigen. Kommt deshalb alle am 6. Juni von 12 bis 15 Uhr nach Bad Dürkheim auf den Schlossplatz 4!“, ruft Schmücker zur Demo-Teilnahme auf und bittet zwecks besserer Planung um Anmeldung unter www.weidetierhaltung-wolf.de. „Wir können und wir wollen nicht unsere Schafe und die Landschaft wolfssicher einzäunen. Das würde jedem Tier- und Naturschutzgedanken zuwiderlaufen“, erklärt Berufsschäfer Schmücker, der 580 Mutterschafe hält.

Das Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement wird im Rahmen des „1. Echemer Zaunbautages“ kritisch die aktuelle Wolfspolitik, den dazugehörigen Zaunbau zwecks Herdenschutz sowie das weitere Vorgehen beim „Dialogforum Wolf“ diskutieren. „Auch wenn Umweltminister Meyer die aktuelle Ausnahmegenehmigung des Landkreis Stade zur Entnahme eines so genannten Problemwolfes begrüßt, wissen wir Weidetierhalter alle, dass er die Verantwortung auf die Landkreise und die zuständigen Gerichte abschiebt. Es reicht nicht mehr, einzelne Problemwölfe rechtssicher zu entnehmen, weil es mittlerweile zu viele geworden sind, die die Bevölkerung im ländlichen Raum in Angst und Schrecken versetzen. Es ist bereits 5 nach 12“, unterstreicht Jörn Ehlers als Sprecher Aktionsbündnisses und Landvolk-Vizepräsident die Forderungen der Weidetierhalter nach einem aktiven Wolfsbestandsmanagement.

Auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums (LBZ) in Echem veranstaltet die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ihren „1. Echemer Zauntag“ und lädt dazu bundesweit ein. Am 7. Juni werden Weidetierhalter, Gäste und Medien mit verschiedenen Vorträgen umfassend über den aktuellen wissenschaftlichen Stand zum Herdenschutz informiert und anschließend darüber diskutieren. Der Besuch der Veranstaltung, die von 10 bis 19 Uhr dauert, ist kostenfrei. Infos unter https://www.lwk-niedersachsen.de

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