Wenn aus dem November-Blues Depressionen werden

Die SVLFG hat ein Informationspaket und Seminare zum Thema „seelische Gesundheit“ zusammengestellt Foto: Landvolk

Landwirtschaftliche Sorgentelefone spüren die Folgen der „Dauerkrise“

L P D – Krisen ohne Ende – das kann auch Hartgesottenen aufs Gemüt schlagen. Wenn aus einem kleinen November-Blues Depressionen werden, ist professionelle Hilfe gefragt. Speziell für die Bedürfnisse von Bauernfamilien hat die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, kurz SVLFG, ein Informationspaket und Seminare zum Thema „seelische Gesundheit“ zusammengestellt, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. In Niedersachsen verzeichnen die landwirtschaftlichen Sorgentelefone aktuell mehr Zulauf.

Viel Arbeit, wenig Freizeit und oftmals fehlende Wertschätzung des Berufsstandes durch die Gesellschaft machen manchen Männern und Frauen zu schaffen, die mit ihrer Familie in der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt verdienen oder angestellt sind. Wenn dann noch wirtschaftliche oder gesundheitliche Probleme oder gar ein Todesfall im nahen Umfeld hinzukommen, können Grübeleien, Antriebslosigkeit oder wiederkehrende Schlafstörungen folgen und erste Anzeichen für eine seelische Erkrankung sein.

Häufig betroffen sind die Bäuerinnen. Die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte Studie zur Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in der Landwirtschaft in Deutschland hatte ergeben, dass 21 Prozent von ihnen Burnout-gefährdet sind.

Constanze Brinkmann, Leiterin der ländlichen Familienberatung und des landwirtschaftlichen Sorgentelefons in Niedersachsen, das an drei Standorten angesiedelt ist, sagt zur aktuellen Lage. „Es sind seit Jahren gleichviele Männer wie Frauen, die sich mit ihren Sorgen an uns wenden. So auch in diesem Jahr. Dass die psychischen Probleme zugenommen haben, spiegelt sich auch in unseren Zahlen wider und auch wir sehen den steigenden Druck von vielen Seiten, der auf den Menschen in landwirtschaftlichen Betrieben lastet.“ Die Sorgentelefone für landwirtschaftliche Familien sind zu unterschiedlichen Zeiten mit ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besetzt: Außer an den Feiertagen jeweils Montag, Mittwoch und Freitag von 8.30 bis 12 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 19.30 bis 22 Uhr ist die Beratung unter der Nummer 05401-8668-20 zu erreichen. In Barendorf lautet die Rufnummer 04137-812540, in Rastede 04402-84488. Die Ländliche Familienberatung Oesede ist werktags unter der Rufnummer 05401-8668-62 erreichbar. (LPD 86/2022)

Ansprechpartnerin für diesen Artikel

Sonja Markgraf

Pressesprecherin

Tel.: 0511 36704-31

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