Öko-Prämienanträge in Niedersachsen leicht zurückgegangen

Als Acker werden 45 Prozent der landwirtschaftlichen Öko-Fläche bewirtschaftet Foto: Landvolk

Grünland macht die Hälfte der landwirtschaftlichen Öko-Fläche aus

L P D – Mit Stand Juni 2023 haben die Landwirte in Niedersachsen für 3.700 Hektar (ha) weniger Öko-Prämie beantragt als 2022. Das zeigt die Auswertung der Agraranträge, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Dieser Rückgang betraf 31 von 37 niedersächsischen Landkreisen. Nur wenige Landkreise – die meisten im Südosten Niedersachsens – konnten ihren Öko-Flächenanteil ausweiten. Das zeigt das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) in seiner neuen Ausgabe „Marktdaten 2023“. Demnach vergrößerte sich von August 2022 bis Juni 2023 zum Beispiel die Öko-Fläche im Landkreis Goslar um 43 Prozent. Der Landkreis Peine erreichte 34 Prozent Flächenzuwachs. Die Öko-Fläche im Nordosten Niedersachsens ging hingegen zurück. So verloren laut KÖN der Landkreis Lüchow-Dannenberg 140 ha, der Heidekreis 185 ha und der Landkreis Lüneburg 825 ha. Die Landkreise mit dem größten Öko-Flächenzuwachs 2023 sind Goslar mit einem Plus von 785 ha, Wolfenbüttel mit plus 528 ha und Holzminden plus 159 ha.

Als Grund dafür, dass die Landwirte 2023 für weniger Fläche Öko-Prämie beantragten, sieht das KÖN verschiedene Faktoren. „Die neuen GAP-Fördersätze und Eco-Schemes sind für viele Öko-Betriebe wenig attraktiv. Die Marktlage ist schwierig, und einige haben 2023 keinen Öko-Landbau-Grundförderantrag, kurz AUKM-BV1, gestellt“, erklärt Carolin Grieshop, Geschäftsführerin des KÖN. Auch hätten mehr Öko-Höfe als im Vorjahr Pachtflächen verloren, weil konventionelle Betriebe bessere Preise bieten konnten. In einigen Fällen haben Öko-Betriebe in Niedersachsen auch eigene Flächen an konventionell wirtschaftende Kollegen verpachtet.

Der Landkreis Lüchow-Dannenberg ist laut Agraranträgen 2023 Spitzenreiter bei den Landkreisen mit der größten Öko-Fläche. Mit 10.883 Hektar liegt er vor dem Heidekreis mit einer Fläche von 9.453 ha. Es folgen Lüneburg mit 8.014 ha und Cuxhaven mit 7.433 ha. Die Region Hannover hat eine Ökofläche von 6.699 ha. Im Jahr 2022 entwickelte sich der Ökolandbau in Niedersachsen – trotz des geringen Öko-Flächenanteils von 5,7 Prozent gegenüber Deutschland mit 11,2 Prozent – überdurchschnittlich. In den vergangenen fünf Jahren wuchs die Ökofläche in Niedersachsen durchschnittlich um 8,2 Prozent im Jahr auf nunmehr 147.931 ha. Doch um das von der Politik festgelegte Ziel, bis 2030 die Öko-Fläche in Niedersachsen auf 15 Prozent Anteil zu bringen, sei ein jährliches Wachstum von 12,8 Prozent nötig, so das KÖN. Grünland macht die Hälfte der landwirtschaftlichen Öko-Fläche aus. Als Acker werden 45 Prozent bewirtschaftet; Gemüse und Dauerkulturen folgen mit zwei Prozent. Die Anzahl der Öko-Betriebe stieg 2022 auf mehr als 2.600. Das sind 152 Betriebe mehr als 2021, und entspricht in Summe 7,4 Prozent aller niedersächsischen Landwirte. (LPD 89/2023)

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