Neue Tätigkeitsfelder für Landwirtschaft der Zukunft

Der „Studienkurs Niedersachsen“ hatte vor kurzem die Gelegenheit zum Austausch mit Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir Foto: Landvolk

Junglandwirte des Studienkurses tauschten sich mit Minister Cem Özdemir aus

L P D – „Wir machen uns Sorgen um unsere berufliche Zukunft und wollen jetzt die Weichen neu stellen“, sagten Max Klockemann, stellvertretender Vorsitzender der Junglandwirte Niedersachsen aus Bad Münder im Weserbergland, und Manuel Borchert aus Brome im Landkreis Gifhorn. Die beiden Ackerbauern hatten mit anderen Teilnehmenden der Weiterbildung „Studienkurs Niedersachsen“ vor kurzem die Gelegenheit zum Austausch mit Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir. „Die junge Generation ist offen für die Änderungswünsche der Gesellschaft und in puncto Nachhaltigkeit längst auf dem Weg“, ergänzten die Junglandwirte.

Beispielhaft verwies Junglandwirt Klockemann auf seinen elterlichen Betrieb als einen von 100 Betrieben, die am „Netzwerk Leitbetriebe Pflanzenbau“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) teilnehmen. Ziel ist es, modernen biodiversitäts- und umweltschonenden Pflanzenbau für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen. Darüber hinaus verfolgt der Junglandwirt Ansätze der regenerativen Landwirtschaft und macht mit bei der Aktion „Bienenfreundlicher Landwirt“ der Landvolk-Initiative „Eure Landwirte – Echt grün“. Beim Thema Biodiversität als Leistung für die gesamte Gesellschaft sei „noch viel mehr drin“. Klockemann und der Minister waren sich einig, dass diese Leistung vergütet werden muss.

Bei den Erneuerbaren Energien sieht Junglandwirt Borchert einen weiteren Tätigkeitsschwerpunkt für den Landwirt der Zukunft. „Auch hier können wir uns noch mehr vorstellen – wenn die Vergütung passt“. Auf seinem elterlichen Betrieb sind die Dächer bereits mit Photovoltaik bestückt. Aktuell plant der Ackerbauer zudem gemeinsam mit anderen Landwirten einen Windpark mit Bürgerbeteiligung. Auch Minister Özdemir sagte, er sehe in Erneuerbaren Energien eine zusätzliche Einkommensquelle für die Landwirtschaft. Der Ausbau dürfe aber nicht mit Flächenverlusten für die Landwirtschaft einhergehen. Das gefährde Entwicklungschancen für die junge Generation und damit die Hofnachfolge. Die Bundesregierung wolle daher auch Agri-Photovoltaik stärken, die eine umfassende landwirtschaftliche Tätigkeit weiterhin möglich macht. Fehlende Praxistauglichkeit bei Fördermaßnahmen und gesetzlichen Vorgaben sowie generell fehlende Planungssicherheit waren ein weiteres Thema der Junglandwirte. „Ständig neue Regelungen, die sich dazu alle Nase lang ändern – das muss aufhören“, brachte es Klockemann auf den Punkt.

Der „Studienkurs Niedersachsen“ ist eine Weiterbildung der Akademie Junglandwirte Niedersachsen, bei der sich jährlich zwölf Junglandwirtinnen und Junglandwirte für das landwirtschaftliche Ehrenamt qualifizieren. (LPD 13/2024)

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