Landvolk: Grüne Berufe attraktiv halten

Ulrich Löhr: „Viele Betriebsleiter haben schon jetzt zu wenig Arbeitskräfte, die mit anpacken. Umso wichtiger ist es, dass wir in der Branche alle an einem Strang ziehen und die grünen Berufe attraktiv halten.“ Foto: Landvolk

Dem Fachkräftemangel mit Sinnstiftung und Wertschätzung begegnen

L P D – Auch in der Landwirtschaft fehlen Fachkräfte. Die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen hat vor diesem Hintergrund ein Thesenpapier zur derzeitigen Situation und Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Landwirtschaft erstellt. „Ziel ist es, für die Thematik zu sensibilisieren“, erklärt dazu Dr. Matthias Heyder, Fachbereichsleiter bei der LWK. Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr begrüßt die fundierte Aufarbeitung des Themas und stellt klar: „Viele Betriebsleiter haben schon jetzt zu wenig Arbeitskräfte, die mit anpacken. Umso wichtiger ist es, dass wir in der Branche alle an einem Strang ziehen und die grünen Berufe attraktiv halten.“

Die 14 grünen Berufe bieten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ein hohes Potenzial für erfüllende, gute Arbeit, zudem erfordert der künftige Arbeitsmarkt eine angemessene Flexibilität aller Akteure, heißt es bei der LWK. Viele Mitarbeiter in landwirtschaftlichen Betrieben spüren eine hohe Identifikation mit ‚ihrem‘ Betrieb und arbeiten sehr gerne in den landwirtschaftlichen Tätigkeitsfeldern. Viele Begriffe aus der modernen Arbeitswelt finden sich auch in der Landwirtschaft wieder: Sinnstiftung, Flexibilität, Abwechslung, Nachhaltigkeit, Wertschätzung.

Zunehmend wichtig ist es, Arbeitszeiten flexibel und der jeweiligen Lebenssituation angepasst zu gestalten. Überstunden sollten möglichst vermieden werden – und bei nicht vermeidbaren Überstunden muss der Ausgleich geregelt sein. Arbeitsplatzsicherheit ist für viele Arbeitnehmer ein maßgeblicher Aspekt zur Lebensgestaltung.

„Es muss zukünftig darum gehen, die grüne Branche ökonomisch so aufzustellen, dass betriebliche Löhne ein ausreichendes Einkommen sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Unternehmerfamilien generieren“, erläutert Heyder. Die Landwirtschaft habe aufgrund ihrer kleinbetrieblichen Struktur und häufig engen Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern einen strukturellen Vorteil. Alle Akteure könnten sehr schnell in verbindliche, direkte Gespräche kommen.

Das Thesenpapier der LWK ist zu lesen unter https://www.lwk-niedersachsen.de. Über die Ausbildungsberufe im Agrarbereich informiert die neue Broschüre „Die Grünen 14“. Sie ist abrufbar auf der Homepage des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) unter https://www.bmel.de. (LPD 43/2023)

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Sonja Markgraf

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