Lexy und Leandra liefern den Rohstoff fürs Bier

Die Anbaufläche für Braugerste ist deutschlandweit wieder gestiegen Foto: Landvolk

Anbaufläche gestiegen – Braugerste füllt die Lücke trotz starker Konkurrenz

L P DHohe Düngerkosten, die neue Düngeverordnung, unterdurchschnittliche Marktpreise für Dinkel, die zu erwartenden hohen Trocknungskosten für Körnermais sowie ausreichende Futterreserven aus der Ernte 2021 für die Tierfütterung – diese sehr unterschiedlichen Faktoren haben dazu geführt, dass die Anbaufläche für Braugerste deutschlandweit wieder gestiegen ist. Die Landwirte haben der Pflanze unter anderem aufgrund ihrer speziellen Bedürfnisse nach wenig Dünger die Chance gegeben, die Lücke in ihrem Anbauplan zu füllen, schreibt der Landvolk-Pressedienst.

Außerdem kann durch den Anbau von Sommergetreidesorten wie Lexy, Leandra und Amidala eine Pflanzenschutzmaßnahme durch eine Bodenbearbeitung wie Grubbern ersetzt werden. „Besonders auf schweren Böden bietet sich das an, um dem Ackerfuchsschwanz entgegenzuwirken“, gibt Gerhard Rott, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Niedersächsischen Braugerstenanbaues, Einblicke in die Praxis. Auch Hafer und Sonnenblumen seien aufgrund der hohen Nachfrage im Kommen. Wenn es nur danach ginge, könnten in Niedersachsen jedoch noch weitere Flächen mit Sommergerste bestellt werden. Im Moment importieren die deutschen Mälzereien rund 50 Prozent ihres Bedarfs aus England, Frankreich und Skandinavien.

Auf Grundlage von Saatgutverkäufen und ersten Schätzungen erwartet die Braugersten-Gemeinschaft e.V. eine Sommergerstenfläche in Deutschland von rund 330.000 ha, was einem Zuwachs von rund 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insbesondere in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen seien trotz der starken Konkurrenz zu anderen Marktfrüchten Flächenzuwächse bei Sommergerste zu verzeichnen. Im Saatenstandsbericht wird für Niedersachsen eine Steigerung von 31.500 Hektar im Jahr 2021 auf 40.000 Hektar Sommergerste in diesem Jahr aufgeführt. Davon sind geschätzte 23.500 Hektar für die Verwendung als Braugerste bestimmt.

„Die Braugerste braucht aber auf jeden Fall genug Regen, sonst bleiben die Körner zu klein“, erläutert Rott. 90 Prozent der Flächen werden demnach beregnet, damit die Körner die gewünschten Größen und Eiweißgehalte erreichen, um auch wirklich zu Malz verarbeitet werden zu können. „Die Braugerste ist die Getreideart, bei der sich die Beregnung am ehesten lohnt“, sagt Rott. Insgesamt präsentierten sich die Sommergerstenbestände bis Ende April der Jahreszeit angemessen, gut bis sehr gut. Derzeit leiden sie durch die große Verdunstung der Blätter jedoch bereits erheblich. (LPD 40/2022)

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