Landwirtinnen können mit Krediten langfristig planen

Die Rentenbank unterstützt Unternehmerinnen bei der Existenzgründung und in den ersten fünf Jahren ihrer Selbstständigkeit. Gefördert werden Investitionen in die landwirtschaftliche Primärproduktion (einschließlich Wein- und Gartenbau), in die Forstwirtschaft sowie in die Fischerei und Aquakultur Foto: Landpixel

Förderprogramm speziell für Existenzgründerinnen und Hofnachfolgerinnen

L P D – Über Geld spricht man nicht? „Doch, auf jeden Fall“, sagt die Geschäftsführerin im neu gegründeten Arbeitskreis Unternehmerinnen beim Landvolk Niedersachsen, Wibke Frotscher. „Junge Unternehmerinnen stehen vor zahlreichen Herausforderungen, die über das reine Fachwissen hinausgehen“, erläutert die Referentin im Gespräch mit dem Landvolk-Pressedienst. Dazu zählten auch Fragen rund um Finanzierungen und Vorsorge, die noch viel zu oft tabuisiert würden.

Dass maßgeschneiderte Förderung für Existenzgründerinnen und Hofnachfolgerinnen nötig sind, hat die Landwirtschaftliche Rentenbank erkannt und ein Programm mit dem Namen „Zukunftsfelder im Fokus“ aufgelegt. „Mit unserem Angebot möchten wir dazu beitragen, dass Frauen verstärkt als Unternehmerinnen auch langfristige Entscheidungen treffen können“, sagt Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank aus Frankfurt am Main. Vor dem Hintergrund ihrer großen Herausforderungen könne die Branche auf das Potenzial hoch qualifizierter und motivierter Frauen nicht länger verzichten.

Die Rentenbank unterstützt Unternehmerinnen bei der Existenzgründung und in den ersten fünf Jahren ihrer Selbstständigkeit. Gefördert werden Investitionen in die landwirtschaftliche Primärproduktion (einschließlich Wein- und Gartenbau), in die Forstwirtschaft sowie in die Fischerei und Aquakultur. Voraussetzungen für die Förderung sind gegeben, wenn die Unternehmerin den Betrieb nach außen operativ und administrativ vertritt. Entscheidungen, die das Unternehmen betreffen, können nur mit ihrer Zustimmung getroffen werden. Das Unternehmen muss ein KMU (kleines oder mittleres Unternehmen) und nicht älter als fünf Jahre sein, oder der Eintritt der Unternehmerin in den Betrieb liegt nicht länger als fünf Jahre zurück.

Dass die Zukunft der Landwirtschaft weiblich ist, davon gehen gleich mehrere agrarfachliche Studien aus. Die Zahl der Betriebsleiterinnen liegt in Niedersachsen aber immer noch bei weniger als zehn Prozent. Laut Landwirtschaftszählung 2020 arbeiteten in Deutschland auf 263.500 landwirtschaftlichen Betrieben rund 936.900 Menschen, davon waren 36 Prozent weiblich. Damit sich mehr Frauen trauen, auch Führungsrollen zu übernehmen, gibt es viele Anreize. Unterstützend ist zum Beispiel auch die Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen tätig. Hier finden interessierte Unternehmerinnen eine Vielzahl an Weiterbildungen und Vortragsveranstaltungen.

Zudem hat die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) aktuell eine Broschüre mit dem Titel „Fokus Frau“ aufgelegt, in der alle Themen rund um Finanzen, Vorsorge und Pflege anschaulich aufbereitet worden sind. Diese ist zu finden unter https://www.svlfg.de/infos-fuer-frauen-in-der-gruenen-branche.

„Unternehmerinnen bringen frische Perspektiven und kreative Lösungen mit, die den landwirtschaftlichen Sektor revolutionieren können. Doch ohne die notwendigen finanziellen Mittel bleibt das Potenzial vieler dieser innovativen Ansätze ungenutzt“, fasst Frotscher abschließend zusammen. (LPD 53/2024)

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