Landvolk und Jägerschaft wollen gemeinsam den Wolf managen

Helmut Dammann-Tamke, Jörn Ehlers, Simon Grootes, Marcel Züger mit der "Auricher Erklärung" (v.l.n.r.) Foto: Landvolk

Jäger treten Aktionsbündnis Wolfsmanagement bei / Landvolk unterschreibt „Auricher Erklärung“

L P D – „Draußen brennt die Luft – besonders bei den Weidetierhaltern. Sie sorgen sich, dass Niedersachsen aufgrund des geänderten politischen Rahmens die Weidetierhaltung dem Wolf opfert“, fasst Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers die Stimmung bei der Sitzung des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement zusammen. Als Sprecher des Aktionsbündnisses sieht er – wie alle weiteren Teilnehmer – den vom Land- und Umweltministerium ins Leben gerufenen Gesprächskreis „Dialogforum Weidetierhaltung und Wolf“ kritisch. Ob es nur eine Kaffeerunde bleiben oder ob wirklich etwas dabei herauskommen wird, bleibt abzuwarten“, sagt Ehlers gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Zeit, die die Weidetierhalter nicht haben. Um ein klares Zeichen zu setzen, dass Politik endlich handeln muss, signierte Helmut Dammann-Tamke als Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) den Beitritt zum Aktionsbündnis Aktives Wolfmanagement, und Ehlers unterzeichnete für das Landvolk die „Auricher Erklärung“. Die weiteren Aktionsbündnispartner werden folgen.

„Durch die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht, hat sich die Situation geändert. Aus dieser Verantwortung heraus und im engen Schulterschluss mit den Weidetierhaltern kann es ein ,Weiter so‘ nicht geben“, stellte LJN-Präsident Dammann-Tamke, heraus. „Der Druck ist groß, wir müssen jetzt weitere Schritte angehen. Es finden so viele Risse statt, dass die Landbevölkerung fordert, dass sich endlich etwas ändern muss “, führt Dammann-Tamke aus. Wiederholte Äußerungen von Niedersachsens Umweltminister Meyer, dass die Risszahlen zurückgingen, heizten die Stimmung zusätzlich an. „Solche Fake News zu verbreiten, sind eines Ministers unwürdig“, so Dammann-Tamke. Mit der „Auricher Erklärung“ – einem Positionspapier der zehn Küstenjägerschaften Niedersachsens, das neben der Landesjägerschaft Niedersachsen auch die Landesjägerschaft Bremen unterzeichnet hat – zeigen die Jäger entlang der Küste ihre große Besorgnis und stellen ihre Forderungen für ein Nebeneinander von Wolf und Mensch. Deichschutz, so eine der Kernforderungen, müsse Vorrang haben und dürfe nicht dem absoluten Wolfschutz geopfert werden.

Diese Forderungen untermauern jene des Aktionsbündnisses, sodass die Landesjägerschaft als 23. Mitglied dem Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement nun beigetreten ist. Gemeinsam fordern sie die Abgeordneten des Bundes‐ und des Landtages auf, sich der Sorgen und Betroffenheiten der dort lebenden Menschen anzunehmen und dafür einzutreten. Weiterhin sind die Formulierungen in den Koalitionsverträgen sowohl auf Bundes‐ wie auf Landesebene, ein europarechtskonformes, regional differenziertes Bestandsmanagement zu ermöglichen, endlich in die Tat umzusetzen. „Wichtig ist uns, dass das Land Niedersachsen sich den Forderungen der sechs anderen Bundesländer anlässlich der jüngsten Agrarministerkonferenz in Büsum anschließt und eine Neubewertung der EU‐Strategie bei der Europäischen Kommission sowie eine Überprüfung des Schutzstatus des Wolfes nach Anhang II und IV der FFH‐Richtline einfordert“, erklären Ehlers und Dammann-Tamke und rufen weitere vom Wolf betroffene Regionen und Verbände zum Unterschreiben der Auricher Erklärung und zum Beitritt zum Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement auf. (LPD 34/2023)

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