Kein Geld, kein Zaun, kein Schaf – dafür Wölfe

Mit der neuen Kopfprämie erhalten nun Schaf- und Ziegenhalter mit mindestens elf Tieren endlich eine Unterstützung für ihre laufenden Kosten beim Herdenschutz Foto: Landvolk

Leere Kassen machen aktives Wolfsmanagement nötiger denn je

L P DMehr Geld für Herdenschutz, damit Weidetierhaltung bei zunehmendem Wolfsbestand eine Chance hat – anstatt der Entnahme von Wölfen! Seit Jahren ist dies die Position und Argumentation der politisch Verantwortlichen und erst recht des aktuell grün geführten Umweltministeriums in Niedersachsen. „Jetzt ist die Suppe in der Gerüchteküche der politischen Kreise übergebrodelt. Es ist bestätigt geworden, was wir vom Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement schon befürchtet haben: Für Herdenschutzmaßnahmen ist kein Geld mehr in den entsprechenden Töpfen. Wir fordern aber, 1. die verbindliche, schnelle Finanzierung der bereits positiv beschiedenen Anträge für Herdenschutzmaßnahmen, 2. Aufarbeitung und Konzepte zur zukünftigen Finanzierung des Herdenschutzes und 3., wenn Wolfsübergriffe bei zugesagtem, aber aufgrund fehlender Geldmittel nicht umsetzbaren Herdenschutzes überhandnehmen, die Entnahme dieser auffälligen Wölfe. Sonst können unsere Weidetierhalter in Niedersachsen einpacken“, sagt Jörn Ehlers, Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement.

Das Land Niedersachsen dürfe die Weidetierhalter nicht mit dem Wolf allein lassen, führt Ehlers aus. „Es kann doch nicht sein, dass das Ministerium nicht weiß, wann und ob es Mittel für Schutzzäune bekommt und wie es weitergehen wird“, ist Gina Strampe vom Landesverband für landwirtschaftliche Wildhaltung Niedersachsen über die Antworten aus Ministerium und Landwirtschaftskammer entsetzt. Zu Beginn des Jahres habe Umweltminister Meyer sogar noch schnelle Hilfen versprochen. Ohne Fördermittel können die Weidetierhalter keinen Herdenschutz betreiben. „In den schon bekannten Wolfsgebieten ist dann der Tisch für Wölfe reichlich gedeckt, denn der Wolf ist – wie Minister Meyer selbst festgestellt hat – kein Kuscheltier“, befürchtet Gina Strampe vermehrte Risse in den Wolfsgebieten, sollten die fast 500 vorliegenden Anträge nicht bewilligt, finanziert und bezahlt werden.

Das Aktionsbündnis Aktives Wolfsmanagement drängt daher darauf, endlich das aktive Wolfsmanagement einzuführen, denn aufgrund der hohen Reproduktionszahlen sei der Wolf bei weitem nicht mehr vorm Aussterben bedroht. „Da Bundesumweltministerin Lemke keinen nationalen Alleingang machen möchte und als beste Möglichkeit den Herdenschutz noch vor den Entschädigungszahlungen sieht, muss sie dafür sorgen, dass ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden, denn mit steigenden Wolfszahlen wird auch der Finanzmittelbedarf für Schutzmaßnahmen steigen“, zeigt Ehlers auf. Im Vergleich zu anderen Bundesländern investiere Niedersachsen im Verhältnis zur Anzahl Wölfe oder Weidetierhaltung unterdurchschnittlich. „Zudem muss dieses ewige Ping-Pong-Spiel zwischen Hannover, Berlin und Brüssel aufhören. Ministerin Lemke sagt, es können Rudel entnommen werden, Meyer hingegen verweist auf Brüssel. Unsere Weidetierhalter brauchen endlich die Entscheidung, dass auffällige Wölfe bis zur erneuten Ermittlung des Schutzstatus 2025 einfacher geschossen werden dürfen. Andernfalls sind unsere Weiden leer bzw. nur mit Wölfen bestückt“, sieht Jörn Ehlers ein schnelles Handeln seitens der Politik für erforderlich. (LPD 46/2023)

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