Jung, weiblich, aktiv und vom Land

Junge Frauen wollen sich für ein positives Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit engagieren Foto: Niedersächsischer LandFrauenverband Hannover e. V.

Landfrauenverband verzeichnet immer mehr Junge Landfrauen-Gruppen

L P D – „Wir sind … jung, modern, kreativ, engagiert, wissbegierig, gesellig, dynamisch und informativ“ – heißt es auf der Webseite der Jungen Landfrauen Niedersachsen. Hinter diesen Jungen Landfrauen verbergen sich nicht nur jene Frauen, die das Bild der Landfrau in der Gesellschaft aktiv ändern wollen, sondern sie wollen sich für ein positives Image der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit engagieren und somit gleichzeitig für mehr Lebensqualität im ländlichen Umfeld sorgen. 43 Gruppen gibt es aktuell niedersachsenweit, 27 im Gebiet des Niedersächsischen Landfrauen Verbandes (NLV) und 16 bei den Landfrauen Weser-Ems. 2017 waren die Jungen Landfrauen Topthema beim NLV, seitdem verzeichnen die Frauennachwuchsgruppen verstärkte Nachfrage, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. 

Eine von ihnen ist Lisa-Marie Illemann, die bereits 2014 innerhalb des Landfrauen-Kreisverbands Einbeck die Jungen Landfrauen-Gruppe Einbeck ins Leben gerufen hat. „Von dem bisherigen Format der Landfrauen fühlen sich jüngere Frauen um Mitte Zwanzig auf dem Land nicht angesprochen. Sie haben andere Interessen und Themen, die sie und ihr Leben auf dem Land bewegen. Und dabei geht es nicht nur um Kühe, Schweine und Haushalt“, berichtet Illemann von den Anfängen. Mit ihrer Freundin Maren Cramm ist die 30-Jährige einst zum Vorstand der Einbecker Landfrauen gegangen, um dort die Jungen Landfrauen-Gruppe vorzuschlagen. „Die Freude darüber war groß, und schnell waren wir um die 25 junge Frauen im Alter zwischen 23 und 35 Jahre, die sich seitdem mehr oder weniger oft zu Veranstaltungen, Terminen oder zum lockeren Austausch treffen“, berichtet Illemann als „Sprecherin“ der Gruppe. 

„Wichtig sind uns … Gemeinschaft, Tradition, Innovation, Zukunftsgestaltung, (Erfahrungs-)Austausch, Freundschaft, Abwechslung und Vielfalt, Spaß und Humor und die Lebensqualität in unserer ländlich geprägten Region zu sichern und auszubauen“ – heißt es weiter auf der Internetseite. Das spiegelt sich bei den Jungen Landfrauen beim Nähkurs, dem Adventskranzbinden, Radtouren, Verköstigungen, Veranstaltungen wie „Landwirtschaft für kleine Hände“ oder der „Wurmkiste für Grundschulen“, dem Hochbeet-Bau oder Ferienpassaktionen wider. „Von der Zuckerrübe zum Zuckerkuchen“ heißt da eine Aktion. „Das Interesse an der Kombination aus Gemeinschaft, Landwirtschaft und Lebensqualität im ländlichen Raum haben wir alle gemeinsam. Wir wollen das verwirklichen, was uns und unsere Kinder interessiert“, sagt Lisa Illemann.

Die Jungen Landfrauen tauschen sich mit den Landfrauen aus, denn sie müssen spätestens nach einem Jahr Beitragsfreiheit dann Mitglied beim Landfrauverein sein. „Das hat den Vorteil, dass wir auf den gesamten bürokratischen Apparat sowie auf Kurse und Angebote des Niedersächsischen Landfrauenverbandes zurückgreifen können. Bei den dortigen Workshops erhalten wir viele neue Impulse. Zudem unterstützt uns unser Landfrauenverein auch finanziell bei Veranstaltungen“, führt Illemann aus.

Aufgrund der Corona-Pandemie fielen zuletzt nahezu alle Veranstaltungen aus, Kontakt wurde aber über die Whatsapp-Gruppe permanent gehalten. Für 2022 planen die Jungen Landfrauen wieder ein Programm, das via Flyer, Facebook und Zeitung an die Öffentlichkeit gebracht wird. Je nach Interesse findet sich dann ein Orga-Team, das die weitere Planung übernimmt. „Alles locker, jede kann sich einbringen, jede kann kommen“, lädt Lisa-Marie Illemann interessierte junge Frauen auf dem Land ein, mitzumachen und sich einzubringen – für das ehrenamtliche Engagement, für die Landfrauenarbeit vor Ort. (LPD 82/2021)

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