Grasernte startet spät, aber gut

Gute Qualität trotz später Ernte; Foto: Landvolk Niedersachsen

Milchviehhalter fahren den ersten Schnitt vom Dauergrünland ein

L P D – In vielen Teilen Niedersachsens haben die Landwirte die schönen Tage genutzt, um ihre Wiesen abzumähen. Dass der erste Schnitt bis in den Juni hineingeht, ist jedoch ungewöhnlich, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Im vergangenen Jahr sei zu dieser Zeit bereits der zweite Schnitt eingefahren worden. „Durch das kalte Wetter im Frühjahr sind die Gräser in ihrer Entwicklung zwei bis drei Wochen später dran als sonst“, erläutert Dr. Karsten Padeken, Vorsitzender des Grünland-Ausschusses im Landvolk Niedersachsen. Die Qualität eigne sich daher trotz des späten Zeitpunkts noch für eine qualitativ gute Grassilage für die anspruchsvollen Milchkühe, die auf ein hochwertiges Futter mit optimalen Eiweiß- und Energiegehalten angewiesen sind.

„Jetzt hat man eine reelle Chance, gutes Futter einzufahren“, meint der Milchviehhalter. Schließlich müssen die Grashalme auch noch „anwelken“, um mit einem Trockensubstanzgehalt von mehr als 30 Prozent siliert und im Fahrsilo gelagert werden zu können. Wer es zu früh versucht hat, lief gerade im Norden Niedersachsens Gefahr, Fahrspuren auf seinen Wiesen zu hinterlassen und Erde mit in den Silohaufen zu fahren.

„Durch die großen Mengen an Aufwuchs dauert das Abtrocknen des Bodens in diesem Jahr besonders lange“, lautet Padekens Erfahrung. Denn das Gras habe sich bei den kühlen Temperaturen gut bestockt und stehe relativ dicht. Nach zwei trockenen Jahren und einem normalen stellt diese erhebliche Menge an hochwertigem Grundfutter jedoch eine große Erleichterung für die Bauern dar.

Aufgrund der kommenden wechselhaften Witterung werde die Heuernte an der Küste – im Gegensatz zum Binnenland – jedoch noch auf sich warten lassen. „Daran denkt hier noch keiner“, beschreibt Padeken die Situation in der Wesermarsch. Über alle Landstriche hinweg tragen die Landwirte jedoch Sorge für die Tiere, die auf ihren Wiesen leben. Besonders die Rehkitze, die dort zu dieser Jahreszeit oft liegen, lassen sich von Drohnen mit Wärmebildkameras aufspüren und in Sicherheit bringen. Wer auf solches Equipment noch verzichten muss, geht mit dem Jäger und seinem Hund oder der Familie durch das Gras und bringt die Tierkinder vor dem Schnitt in Sicherheit. (LPD 41/2021)

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