Gesundes Miteinander von Haupt- und Nebenerwerb

Mitglieder in den Ausschüssen Strukturpoltik und Nebenerwerb Foto: Landvolk

Ausschüsse einig: Nachfrage nach Einkommenskombinationen wird immer größer

L P DLandwirtinnen und Landwirte sind bereit, ihre Betriebe breiter und zukunftsfest aufzustellen, doch gerade im Bereich der Tierhaltung fehlen die klaren Perspektiven durch unsichere gesellschaftliche, politische und rechtliche Rahmenbedingungen. Dieses Fazit zogen die Mitglieder der Fachausschüsse Strukturpolitik und Nebenerwerb, die jetzt gemeinsam im Landvolkhaus in Hannover getagt haben. Breiten Raum nahm das Thema „Diversifizierung“ ein, für das für abstockende schweinehaltende Betriebe ein Förderprogramm aufgelegt werden soll. Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium stellte dazu erste Überlegungen und Eckpunkte vor. Diese überzeugten die Ausschussmitglieder allerdings noch nicht.

Die Mitglieder äußerten die Befürchtung, dass das Programm an der Realität der Betriebe vorbeigehe. Deshalb appellierte der Strukturausschussvorsitzende Johannes Schürbrock: „Wichtig wird sein, die abstockenden Betriebe in der Landwirtschaft zu halten und verschiedene Förderprogramme kombinieren zu können, um tierwohlgerecht umbauen und gleichzeitig betriebliche Standbeine außerhalb der Landwirtschaft auf- oder ausbauen zu können.“

Mehrfach wurde bekräftigt, wie wichtig es in Zukunft für alle Betriebsformen sein wird, noch stärker verschiedene Einkommensmöglichkeiten zu verbinden, um sich krisenfester aufzustellen. Dazu führte Christian Mühlhausen, Vorsitzender des Fachausschusses Nebenerwerb aus: „Insbesondere in den Bereichen Erneuerbare Energien, Direktvermarktung und Ferien auf dem Bauernhof bieten sich neue Chancen. Hierbei ist die Beschäftigung mit der Frage des Nebenerwerbs wichtig, weil die Fortführung der Landwirtschaft auf vielen Höfen nur so gelingen kann.“ Aktuell werden bereits fast die Hälfte aller Betriebe in der bäuerlichen Landwirtschaft im Nebenerwerb geführt. Die große Mehrheit hat dabei eine Betriebsgröße von weniger als 50 Hektar.

„Es muss ein gesundes Miteinander von Haupt- und Nebenerwerb geben“, bekräftigte Mühlhausen. Die Anzahl der Themen, die ausschließlich den Nebenerwerb beträfen, seien übersichtlich und beträfen oftmals sozial- oder steuerrechtliche Belange oder Fragen des Zeitmanagements und der Betriebsführung. „Die agrarpolitischen Probleme der Haupterwerbsbetriebe sind aber in der Regel auch die des Nebenerwerbs“, fasste der Landwirt aus Lippoldshausen abschließend zusammen. (LPD 81/2023)

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