Ceres Award mit „Sprit aus Shit“ und Macher mit Mut

Im Jahr 2023 konnte Markus Mushardt aus Niedersachsen die Jury überzeugen. Foto: Mushardt

Zwei Landwirte aus Niedersachsen nominiert – Wettbewerb würdigt Leistungen der Landwirtschaft

Der Ceres Award der Fachzeitschrift „agrarheute“ würdigt außergewöhnliche Leistungen von Landwirtinnen und Landwirten aus Deutschland und dem europäischen Ausland in unterschiedlichen Kategorien. Ceres, die römische Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit, steht als Leitfigur für den Wettbewerb. Die Auszeichnung, die im Herbst feierlich in Berlin an die Preisträger überreicht wird, bietet eine öffentlichkeitswirksame Plattform, um die Fähigkeiten und Leistungen der Landwirtschaft und darüber hinaus zu zeigen. Aus Niedersachsen sind 2024 zwei Landwirte nominiert worden.

Der Leitspruch von Dirk Sandering lautet „machen“. Der 32jährige will den Familienbetrieb zukunftsgerecht aufstellen und bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Frau Anne in Hemsloh, Landkreis Diepholz, 900 Hektar (ha) Ackerland und rund 4.000 Schweinemastplätze. Er hat einige Millionen Euro in die Hand genommen und in den Bau tierwohlgerechter Ställe investiert. „In besonders für Schweinehalter schwierigen Zeiten hat Familie Sandering damit Mut zum Risiko bewiesen“, heißt es seitens der Ceres Award-Veranstalter. Der neue Maststall basiert auf einem neuen Strohhaltungskonzept und vereint beispielhaft Hightech und Tierwohl. So sorgt zum Beispiel ein KI-gesteuerter Roboter für maßgerechtes Einstreuen des Stalls. Dort werden die Mastschweine mit Ringelschwanz und entsprechend der Haltungsstufe 3, sprich Frischluftstall mit reichlich Platz, gehalten. Ein Besucherraum gewährt einen direkten Einblick in den Stall. Abgerundet wird der auf Regionalität und Kreislaufwirtschaft ausgerichtete Betrieb durch ein Energiekonzept mit Windkraft, Biogasanlage und Photovoltaik, das den Betrieb in puncto Strom zu über 70 und bei Wärme zu fast 100 Prozent autark macht.

Christoph Terhorst aus Walchum, Landkreis Emsland, wirtschaftet ökologisch und konventionell. Nur fünf ha groß ist der Betrieb des 34jährigen, der sich neben der Geflügelhaltung vor allem auf die Energieerzeugung konzentriert. Seine 12.000 Legehennen hält er nach den Naturland-Richtlinien. In seiner Biogasanlage landet neben dem Festmist von Hühnern, Rindern und Pferden auch ein geringer Anteil Biomasse vom Feld. Neben Strom und Wärme liefert seine Biogasanlage vor allem Biomethan. Terhorst hat seine Biomethananlage für den Kraftstoffmarkt zertifizieren lassen und vertreibt seit neuestem seinen eigenen Kraftstoff unter dem Markennamen „Sprit aus Shit“. Eine Kleinwindanlage macht die Energieerzeugung ab Hof komplett. Der Landwirt zeigt damit, dass man auch als kleiner Betrieb auf dem großen Markt mithalten kann, so der Veranstalter des Ceres Award. (LPD 45/2024)

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