Bewusster Umgang mit Antibiotika in der Tierhaltung

Tierärzte und Tierhalter sorgen gemeinsam für die Gesundheit der Tiere.

Abgabemenge hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als halbiert

L P D – „Wie wichtig wirksame Arzneimittel sind, wird jedem von uns aktuell vor Augen geführt. Das gilt für Mensch und Tier gleichermaßen. Uns Tierhaltern liegt das Wohl der Tiere am Herzen. Deshalb ist der Einsatz von Tierarzneimitteln – wie Antibiotika – nicht nur nötig, um kranke Tiere zu behandeln, sondern erforderlich, um Tierschutz sicherzustellen. Bei Nutztieren stellt zudem die Tiergesundheit eine der Voraussetzungen für die Erzeugung sicherer Lebensmittel dar“, erklärt der Vorsitzende des Tierseuchenausschusses im Landvolk Niedersachsen, Georg Meiners, anlässlich des heutigen Europäischen Antibiotikatages. Damit Antibiotika weiterhin wirksam bleiben, müssen sie verantwortungsvoll eingesetzt werden. Positiv hebt Meiners in diesem Zusammenhang hervor, dass die Abgabemenge der in der Tiermedizin verabreichten Antibiotika in den vergangenen zehn Jahren um 59 Prozent zurückgegangen ist.

Besonders im Fokus der Antibiotikareduktion stehen die Wirkstoffe, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besonders bedeutsam für die Therapie beim Menschen eingestuft werden. Nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) war zwischen 2011 und 2020 insgesamt eine Reduktion dieser kritischen Antibiotika bei Tieren um 63,4 Prozent bei den Cephalosporinen der 3. und 4. Generation sowie um 53 Prozent bei den Polypeptidantibiotika zu verzeichnen.

Auch das Antibiotikamonitoring des wirtschaftseigenen QS-Systems der Qualität und Sicherheit GmbH, das den Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung dokumentiert, ist weiterhin auf Erfolgskurs. Im Zeitraum von 2014 bis einschließlich 2020 konnte der Antibiotikaeinsatz dort um insgesamt 35,5 Prozent reduziert werden. Das heißt, die eingesetzten Antibiotikamengen verringerten sich um 251,3 Tonnen von 707,6 Tonnen auf 456,3 Tonnen im Jahr 2020. Mit einer Senkung um 43 Prozent wurde auf den schweinehaltenden Betrieben die größte Reduktion erzielt. Auf den geflügelhaltenden Betrieben betrug die Reduktion in diesem Zeitraum 19,4 Prozent. Auch für die Mastkälber haltenden Betriebe zeigte sich eine leichte Reduktion (2. Halbjahr 2014: 8,98 Tonnen, 2. Halbjahr 2020: 8,51 Tonnen).  Während der Antibiotikaeinsatz zwischen den Jahren 2014 bis 2017 sehr stark reduziert werden konnte, fallen die Zahlen seit 2018 geringer aus, die Kurve flacht ab. „Wir Tierhalter sind bestrebt, nur so viel wie nötig einzusetzen. Jedoch lässt sich der Einsatz von Antibiotika – schon allein aus Tierschutzgründen – nicht unendlich reduzieren, sondern wird sich vermutlich auf einem Plateau einpendeln“, erklärt Meiners abschließend. (LPD 89/2021)

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