Ausbildung ist das Fundament für die Landwirtschaft

Erfreut zeigt sich Hennies über weitgehend stabile Ausbildungszahlen: „Das ist ein ermutigendes Signal und zeigt, dass der Beruf des Landwirts bei jungen Menschen gefragt ist." Foto: Landvolk

Landwirte fit für die Zukunft machen – Anforderungen nehmen zu

L P D – Was die Aus-, Fort- und Weiterbildung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft beitragen kann, hat Dr. Holger Hennies im Gespräch mit der Deutschen Bauern-Korrespondenz (dbk) deutlich gemacht: „Wir müssen die jungen Leute, aber auch gestandene Landwirtinnen und Landwirte, fit für die Zukunft machen. Die entscheidende Herausforderung besteht darin, dass die Anforderungen der Gesellschaft an uns Landwirte weiter zunehmen werden und die Geschwindigkeit der geforderten Veränderungen immer schneller wird“, so der Landvolkpräsident. „Genau hier muss Bildung ansetzen – die Ausbildung muss den angehenden Landwirten das grundlegende Rüstzeug vermitteln. Auf die Ausbildung muss die Fort- und Weiterbildung flexibel aufbauen, um die Landwirte für die Unternehmensführung und Bewältigung der kontinuierlichen Veränderungen zu qualifizieren.“

Es gilt, den Konflikt zwischen sich rasch ändernden gesellschaftspolitischen Anforderungen und langen Investitionszeiträumen in der Landwirtschaft aufzulösen. Hennies will in der beruflichen Fort- und Weiterbildung vermittelt wissen, dass „nichts bleibt, wie es war“. Bei jeder Investition müssten auch Alternativen mitgedacht werden, wie beispielsweise Gebäude auch anders genutzt werden können, so der Landwirt aus Schwüblingsen in der Region Hannover. „In die Fort- und Weiterbildung gehören Grundlagen für ein strategisches Vorausdenken. Diese Fähigkeiten brauchen wir als Landwirte nicht nur, um auf den gesellschaftlichen Wandel reagieren zu können, der ja kontinuierlich weitergeht, sondern auch, um mit dem Klimawandel und seinen Folgen bestmöglich umgehen zu können.“

Aktuell wird sondiert, wie die Ausbildungsordnung für Landwirte anzupassen ist. „Hier brauchen wir stärker die Vermittlung von Aspekten der Nachhaltigkeit und des Ökolandbaus“, ist Hennies überzeugt. „Wir müssen in der Ausbildung auch noch besser die kommunikativen Fähigkeiten der Auszubildenden schulen, mehr Rhetorik vermitteln. Den Auszubildenden sollte Rüstzeug vermittelt werden, ihre eigene berufliche Identität zu finden, damit sich Landwirte über ihren Platz in der Gesellschaft klar werden. Die Digitalisierung spielt bei einer Novellierung ebenfalls eine große Rolle.“

Erfreut zeigt sich Hennies über weitgehend stabile Ausbildungszahlen: „Das ist ein ermutigendes Signal und zeigt, dass der Beruf des Landwirts bei jungen Menschen gefragt ist. Ausruhen dürfen wir uns darauf aber keineswegs, denn die demographische Entwicklung heizt den Wettbewerb um Auszubildende an. Die Nachwuchswerbung in Schulen und Schüler-Praktika sind wichtige Maßnahmen, um Auszubildende für die Landwirtschaft zu gewinnen.“ (LPD 37/2023)

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