Aus schnödem Gras wird leckere Milch: Die Kuh kann‘s

30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland ist absolutes Grünland

L P D – Beim Blick auf die Felder rechts und links fällt auf, dass zum Beispiel beim Getreide nur die Körner essbar sind, der Rest wird als Tierfutter oder Dünger verwendet, genauso bei der Zuckerrübe. Und auch beim Raps werden die Reste der Lebensmittelgewinnung an Vierbeiner verfüttert. Beim Grünland kann der Aufwuchs sogar ausschließlich von Tieren verwertet werden. Auf diesen Umstand weist das Mykuhtube-Video der Landesvereinigung für Milchwirtschaft hin. „30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland ist absolutes Grünland.“, sagt Prof. Dr. Wilhelm Windisch vom Lehrstuhl für Tierernährung der Technischen Universität (TU)München in dem Video.

75 Prozent der in Deutschland erzeugten Milch entstehe aus der Verfütterung von nichtessbarer Biomasse wie Gras, Stroh, Rapsschrot und Rübenpressschnitzeln. „Intensive Tierhaltung ist auch ohne Nahrungskonkurrenz möglich“, schließt Windisch daraus. Der Landwirt habe die Aufgabe, mit der ihm zur Verfügung stehenden Fläche möglichst effizient Lebensmittel zu erzeugen. „Die beste Möglichkeit aus dieser limitierten Ressource Lebensmittel herzustellen, ist die Milchkuh“, konstatiert Windisch, weil sie nicht essbare Pflanzen in Lebensmittel für den Menschen umwandeln könne.

Die Welternährungsorganisation gibt an, dass die Verknappung der landwirtschaftlichen Nutzfläche zu einer der größten Gefahren für die Menschheit werden kann. Aktuell reicht die Größe eines Fußballfeldes in Deutschland noch aus, um drei bis vier Menschen satt zu machen. „Aber nur, weil wir die Nutztiere, die die nichtessbare Biomasse verwerten können, miteinberechnen“, heißt es in dem Video. Lasse man die Nutztiere außen vor, reiche die Fläche nur noch für zwei Menschen.

„Milch wird eine tragende Säule der Ernährungssicherung spielen“, ist sich Windisch sicher. Denn weltweit seien sogar 70 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche absolutes Grünland, das nicht als Acker genutzt werden könne. „Die Ackerfläche ist nur der Strafraum“, bleibt er bei dem Beispiel mit dem Fußballfeld. Bei steigender Weltbevölkerung könne die Gesellschaft es sich weder leisten, Futtermittel auf Ackerflächen anzubauen noch auf Kühe als Nutztiere zu verzichten. (LPD 21/2023)

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