Asien braut Bier mit Gerste aus Niedersachsen

Die Nachfrage nach Braugerste steigt, Foto: Landpixel

23. April ist der Tag des deutschen Bieres – Marktsituation ausgeglichen

L P D – Deutsches Malz genießt weltweit einen hervorragenden Ruf. Das macht sich derzeit mit einer ausgeglichenen Marktsituation für Braugerste bemerkbar, obwohl der Fassbierabsatz innerhalb Deutschlands aufgrund der fehlenden Gastronomie, der ausfallenden Schützen- und Volksfeste oder auch Festivals eingebrochen ist. „Vor allem in Asien und Afrika wird Bier aus europäischem und damit auch deutschem Malz gebraut“, sagt Gerhard Rott, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Niedersächsischen Braugerstenanbaues. Der steigende Lebensstandard dort gehe mit der Nachfrage nach Bier einher und verdränge traditionelle Getränke – dies sei bis nach Niedersachsen zu spüren.

Zudem profitiert die Braugerste von der insgesamt starken Nachfrage nach Rohstoffen. „Die Getreidepreise haben ein ordentliches Niveau erreicht“, bestätigt Rott. Mittlerweile erzielen die Braugerstenanbauer beim Verkauf ihrer Körner wieder Aufschläge von bis zu zwei Euro gegenüber Futtergerste. Im Herbst tendierte dieser Mehrerlös noch gegen Null, so dass Partien der mit viel Aufwand angebauten Braugerste in Richtung Futtermittelhersteller verkauft wurden.

Einige Landwirte haben sich daher für dieses Jahr gegen einen Braugerstenanbau oder zumindest eine Einschränkung entschieden. „In Niedersachsen wird die Fläche, die mit Braugerste bestellt wurde, etwa 15 Prozent geringer ausfallen, als im Vorjahr“, sagt Andreas Lege, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Niedersächsischen Braugerstenanbaus. Aufgrund des kalten Frühjahrs sind die Körner etwa 10 bis 14 Tage später als sonst in die Erde gekommen, sind aber mittlerweile sehr gut gewachsen.

Auch Rott freut sich über die sehr gute Entwicklung der Pflanzen. Durch den geringen Stickstoffbedarf eigne sich die Getreideart auch für den Anbau in Roten Gebieten, in denen die Düngung eingeschränkt ist, betont er. „Das größere Problem ist die Begrenzung der Feldberegnung“, nennt Rott einen Nachteil der Feldfrucht, auf den penibel geachtet werde. Weil Braugerste auf leichten sandigen Böden wachse, sei sie jedoch oft auf zusätzliche Wassergaben über die Feldberegnung angewiesen. Er hofft daher sehr auf Regen im Mai und Juni, wenn die Körner auf den Halmen gefüllt werden. Bislang sei die Wasserversorgung immerhin besser als in den Vorjahren.

Nicht nur im Ausland ist das Malz aus Niedersachsen gefragt, auch einige Brauereien zeigen ihr Engagement für die regionale Zutat. Mit dem Hinweis „Hier wächst unser Bier“ werben die teilnehmenden Landwirte für den Vertragsanbau. (LPD 31/2021)

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