Ackerbau in Streifen-Projekt geht in die nächste Runde

Ackerbau in Streifen im Vorharz. Foto: Hirschfeld

Jürgen Hirschfeld aus Seesen zeigt als Teilnehmer Für und Wider auf

L P D – Es sieht schön aus und soll zudem der Artenvielfalt nützlich sein. „Ackerbau in Streifen“ heißt das Forschungsprojekt der Universitäten Kiel und Göttingen, bei dem im Wechsel Raps und Weizen nebeneinander angelegt werden, um zu erforschen, ob mit dieser Art der Feldbestellung die Biodiversität auf dem Acker erhöht werden kann. „Gerade im Mai zur Rapsblüte wird man verstärkt gefragt, was es mit den gelb-grünen Streifen im Wechsel auf sich hat. Bei nun fortgeschrittener Vegetation ist der Unterschied mit nur noch verschiedenen Grüntönen weniger auffällig“, erläutert Landwirt Jürgen Hirschfeld aus Seesen, der gemeinsam mit Sohn Dirk das dritte Jahr bei dem Projekt mitmacht.

„Wir können in diesen drei Jahren schon belegen, dass der Aufwand für uns nicht zu unterschätzen ist“, führt Hirschfeld aus. Dieser fange beim wöchentlichen Zählen, Bestimmen und Vergleichen der Insekten durch die Mitarbeiter des Julius-Kühn-Instituts an und höre beim exakten Spritzen der Fläche mit abschaltbaren Düsen – damit kein Kontakt des Pflanzenschutzmittels zur angrenzenden Kultur entsteht – auf. Auch gebe es an den Rändern zwischen Raps und Weizen Ertragsverluste. „Wenn sich langfristig herausstellt, dass der Streifenanbau Vorteile für die Insekten bringt, muss es für den Betrieb als Umweltleistung angerechnet und finanziell honoriert werden“, fordert Hirschfeld die Mindererträge und den höheren Planungs- und Arbeitsaufwand für die Bauern zukünftig entweder über ein Förderprogramm oder über die zweite Säule finanziert zu bekommen. Der engagierte Landwirt aus dem Vorharz und Sohn Dirk machen bei vielen Umweltprojekten mit. Sie finden es spannend, mit welchen Methoden mehr Biodiversität einerseits und Ernährungssicherheit andererseits möglich sind.

Hirschfelds werden deshalb auch die beiden weiteren Jahre des auf insgesamt fünf Jahre angelegten Forschungsprojekts mitmachen. Ihre zehn Hektar großen Schläge, die sie dafür zur Verfügung stellen, werden konventionell bewirtschaftet. Die Streifen sind mindestens 80 Meter (m) lang, gleichmäßig breit und werden mit einer Arbeitsbreite zwischen 12 m und 36 m bearbeitet. „Es sollten insgesamt mindestens sieben Streifen sein, die nebeneinander liegen und abwechselnd mit Raps und Weizen bestellt werden“, erklärt Hirschfeld. Dazu kommen zwei Vergleichsflächen mit reinem Raps- bzw. Weizenanbau in räumlicher Nähe.

Vergleichs- und Projektflächen werden hinsichtlich Sorte, Bodenbearbeitung, Drillzeitpunkt, Herbizid-, Pflanzenschutzmittelanwendungen so ähnlich wie möglich bewirtschaftet und für die wissenschaftliche Auswertung von Drohnen aus der Luft gefilmt. „Info-Tafeln mit QR-Code am Feldrand informieren Interessierte über das Verfahren ,Ackerbau in Streifen‘ – und somit haben alle etwas davon“, sagt Hirschfeld. Er ist überzeugt davon, dass dieses Verfahren nicht nur mehr Vögel und Bodentiere hervorbringt, wie die Wissenschaftler schon herausgefunden haben, sondern insgesamt die Biodiversität fördert. Weitere Infos dazu unter https://www.betriebslehre.agric-econ.uni-kiel.de/de/forschung/forschungsprojekte/streifenanbau-von-raps-und-weizen. (LPD 51/2022)

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Silke Breustedt-Muschalla

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