Verbände-Allianz fordert „Nationales Sonderprogramm Sauenhaltung“

Eine Verbändeallianz, bestehend aus dem Bundesverband Rind und Schwein (BRS), dem Deutschen Bauernverband (DBV), dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) und der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), fordert ein nationales Sonderprogramm Sauenhaltung, um die Umsetzung von erheblich über das EU-Niveau hinausgehenden Regelungen für die Sauenhalter in Deutschland wirtschaftlich möglich zu machen. Ohne eine gezielte finanzielle Unterstützung drohe ein beschleunigter Strukturwandel mit einem erheblichen Verlust der inländischen Ferkelerzeugung.

Mit den in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung im Jahr 2020 geänderten Regelungen stehen die Betriebe vor erheblichen Investitionen, die in der Folge zu einem wirtschaftlich nicht tragbaren Wettbewerbsnachteil im EU-Binnenmarkt führen. Bis 2029 müssen Deckzentren vollständig auf Gruppenhaltung mit erheblich höheren Platzvorgaben umgestellt werden. Im Abferkelbereich gelten ab 2036 ebenfalls deutlich ausgeweitete Platzanforderungen, um der Sau wesentlich mehr Bewegungsfreiheit zugeben. Diese Vorgaben gehen erheblich über das Niveau wichtiger europäischer Wettbewerber hinaus.

Die notwendigen Umbauten erfordern Investitionen von durchschnittlich rund 4.000 Euro je Bestandssau, ohne dass sich daraus höhere Erlöse erzielen lassen. In vielen Betrieben sind die Maßnahmen daher nur eingeschränkt oder gar nicht umsetzbar. Ohne finanzielle Unterstützung drohen weitere Betriebsaufgaben und eine Verlagerung der Ferkelerzeugung ins Ausland.

Das vollständige Positionspapier der Verbände zum „Nationalen Sonderprogramm Sauenhaltung“ ist hier abrufbar.

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