Kohl ist der Gewinner des „Schmuddelsommers“

Für Salate, Kohl, Porree und Sellerie herrschten ideale Wachstumsbedingungen vor Foto: Landpixel

Gurken, Zucchini und Kürbisse gehörten zu den Spätzündern im Gemüsebeet

L P D – Salate, Tomaten und Gurken – im September herrscht im Gemüsegarten Hochsaison. Das ist im liebevoll angelegten Bauerngarten genauso, wie auf dem Feld beim Bauern nebenan. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies prall gefüllte Regale und Auslagen mit einer großen Vielfalt frischer Gemüse- und Obstsorten aus der Region und das zu günstigeren Preisen als im Vorjahr. „Beim Frischgemüse kosteten vor allem Salatgurken, Tomaten, Möhren und Zwiebeln weniger als im Vorjahr“, zitiert der Landvolk-Pressedienst die Marktanalysten der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft AMI. Neben den finanziellen Vorteilen eines saisonalen und regionalen Einkaufs bedeutet er auch einen kleineren CO2-Fußabdruck und Vorteile für die Gesundheit: Je frischer das Gemüse, desto mehr Vitamine sind enthalten.

„Gerade jetzt im Nachfragetief der Urlaubszeit gibt es noch von allen Kulturen beste Qualitäten“, sagt Erich Klug, Gemüsebauberater der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er zeigt sich mit den Wachstumsbedingungen der Saison insgesamt zufrieden. „Für Salate, Kohl, Porree und Sellerie waren das die idealen Wachstumsbedingungen, sie sind die Gewinner des regenreichen Sommers“, stellt er fest. Gurken, Zucchini und Kürbisse gehörten dagegen aufgrund des kalten Frühjahrs zu den Spätzündern im Gemüsebeet. „Sie sind verspätet an den Start gegangen“, erläutert Klug.

Nach den heißen Sommern in den Vorjahren mussten sich die Landwirte und ihre Gemüsekulturen in diesem Jahr wieder auf einen typisch niedersächsischen „Schmuddelsommer“ einstellen. „In vielen Regionen hat ausreichend Niederschlag auf jeden Fall für Entspannung gesorgt, allerdings hatten einige Kulturen wie die Buschbohnen, Freilandgurken, diverse Kräuter und Zwiebeln mit dem hohen Pilzdruck zu tun“, berichtet Klug. Wärmeliebende und empfindliche Pflanzen wie Tomaten, Paprika und Gurken würden daher von vorneherein im Gewächshaus angebaut.

Laut Landesamt für Statistik Niedersachsen ernteten 847 niedersächsische Betriebe im Jahr 2023 auf 22.095 Hektar (ha) Anbaufläche 668.593 Tonnen (t) Gemüse. Freilandgemüse wuchs in 816 Betrieben auf 21.991 ha Anbaufläche heran. 191 Betriebe schützten ihre Pflanzen in Gewächshäusern. Die Anbaufläche von Gemüse in Gewächshäusern wurde demnach 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 10,2 Prozent vergrößert. Die Erntemenge aus geschütztem Anbau konnte um 6,8 Prozent auf 31.052 t gesteigert werden. Dabei entfielen in Niedersachsen 71,7 Prozent (22.256 t) auf Salatgurken, 23,1 Prozent (7.165 t) auf Tomaten und 3,4 Prozent (1.054 t) auf Paprika. Knapp zwei Prozent des geernteten Gewächshausgemüses waren Salate, Radieschen und sonstige Gemüsearten. (LPD 66/2024)

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