Frauen geben der Landwirtschaft ein neues Gesicht

„Als Mutter, Demokratin, Deutsche und Europäerin wünsche ich mir, dass die Regierenden sich zu ihrer Verantwortung bekennen und mit ihrem Handeln weniger für den Aufstieg extremer Parteien sorgen“, dieses Statement verdeutlicht die politische Haltung von Milva Iderhoff Foto: Privat

Milva Iderhoff ist Mitglied im Arbeitskreis Landwirtschaftlicher Unternehmerinnen

L P D – „Als Mutter, Demokratin, Deutsche und Europäerin wünsche ich mir, dass die Regierenden sich zu ihrer Verantwortung bekennen und mit ihrem Handeln weniger für den Aufstieg extremer Parteien sorgen“, dieses Statement verdeutlicht die politische Haltung von Milva Iderhoff. Die Landwirtin aus der Krummhörn engagiert sich im Arbeitskreis Landwirtschaftlicher Unternehmerinnen im Landvolk Niedersachsen. Ihr größter Wunsch an die Politik in Bezug auf die Landwirtschaft: „Die Politik sollte anfangen, Vertrauen in unser Können zu haben und uns unsere Arbeit machen lassen, damit wir auch zukünftig die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Energie versorgen können.“

Geholfen hat ihr auf dem Hof ihr absoluter Wille, nicht zu scheitern. „Ich brauche zum Beispiel keinen Urlaub“, sagt sie und nennt die Vorteile der Selbstständigkeit: „Ich muss nicht um sieben Uhr morgens fertig geschminkt und ordentlich fürs Büro sein.“ Und vor allem muss sie keinem Chef Rechenschaft ablegen. „Wenn das Wetter es erlaubt, kann ich Arbeiten nach hinten verschieben, wenn die Kinder krank sind“, nennt sie einen weiteren Vorteil der Arbeit als Unternehmerin.

Vom Arbeitskreis erhofft sie sich im Austausch mit ihren Berufskolleginnen den Druck auf die Frauen etwas herauszunehmen. „In Gesprächen mit anderen Betriebsleiterinnen und berufstätigen Frauen merke ich, dass die meisten unter den Erwartungen leiden in jedem Feld perfekt zu sein: bei der Arbeit, im Haushalt oder als Mutter“, lautet ihre Erfahrung. Am Ende müsse es nicht nur perfekt sein, sondern auch logistisch alles gemeistert werden. „Da würde ich jeder Frau wünschen, zur Erkenntnis zu kommen, dass das einfach nicht geht und dass das auch OK ist – auch wenn es schwerfällt, das zu akzeptieren“; sagt die Mutter von drei Kindern, die einen 180 Hektar großen Ackerbaubetrieb mit Direktvermarktung bewirtschaftet und sich ehrenamtlich engagiert.

„Etwas zu schaffen und eigene Grenzen zu überwinden“, nennt die 45-Jährige ihren Ansporn und Grund für ihre Freude am Beruf. Und trotzdem sei jeder Tag eine Herausforderung. „Es gibt Zeiten, da gelingt es mir gut, diese zu meistern, aber manchmal bin ich einfach nur erschöpft“, gibt Iderhoff zu. Eine Erleichterung sei es gewesen, als ihr Ehemann vor zwei Jahren ins Homeoffice gehen konnte. „Die ersten zehn Jahre musste ich viel Arbeit in die Abendstunden oder in die Nacht verlegen und unsere Kinder mussten viel fremdbetreut werden“, beschreibt sie ihren Alltag rückblickend. Das sei zwar irgendwie gegangen, ob es für die Kinder immer gut gewesen sei, darüber mache sie sich doch noch Gedanken. Andererseits seien Frauen auf den Betrieben immer ein wichtiger Teil gewesen. „Ohne sie wäre es auch vor 100 Jahren nicht gegangen“, sagt Iderhoff. Nur seien sie selten erwähnt worden und standen quasi in zweiter Reihe. Heute sind sie selbst Betriebsleiterinnen. Die Unternehmerin freut sich daher über ihre viele Mitstreiterinnen: „Mir imponieren vor allem die vielen jungen Landwirtinnen, die in den sozialen Netzwerken unterwegs sind. Diese geben der Landwirtschaft ein neues Gesicht, im sehr positiven Sinne.“ (LPD 61/2024)

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