Niedersachsens Wald retten: Online-Petition unterschreiben

"Sollte die 2023 beschlossene EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten zum Jahreswechsel 2024/2025 wirksam werden, werden unsere Waldbesitzer mit einer Fülle von Dokumentationspflichten überzogen", Philip von Oldershausen, Präsident Waldbesitzerverband NIedersachsen Foto: Landvolk

Landvolk und Waldbesitzerverband rufen auf, bis zum 20. Juli die selbstbestimmte Waldbewirtschaftung zu unterstützen

L P D – „Für eine selbstbestimmte Waldbewirtschaftung – gegen eine EU-Politik der Bevormundung!“ lautet der Titel einer Petition zur EU-Entwaldungsverordnung, die der Waldverband Österreich bei openPetition.eu auf den Weg gebracht und die noch bis zum 20. Juli online unterzeichnet werden kann. „Der Waldbesitzerverband Niedersachsen e.V. und das Landvolk Niedersachsen unterstützen diese Petition. Gemeinsam rufen wir unsere Waldbesitzerinnen und -besitzer sowie Interessierte auf, diese Petition zu unterstützen, damit die erforderliche Zahl von 50.000 Unterschriften noch erreicht wird“, appellieren Niedersachsens Präsident des Waldbesitzerverbandes, Philip von Oldershausen, und Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg. Die Petition mit aktuell über 40.000 Unterschriften fordert das Europäische Parlament und die Kommission zum Handeln gegen die Entwaldungsverordnung auf.

„Wir alle sind uns einig, dass das Ziel der EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten (EUDR) durch Eindämmen von Raubbau und illegaler Waldrodung einen besseren Waldschutz weltweit zu gewährleisten, richtig ist. Aber in Deutschland haben wir kein Entwaldungsproblem“ zeigt von Oldershausen auf. Zudem müssen Unklarheiten und Rechtsunsicherheiten beseitigt werden, damit diese Verordnung nicht zu einem Belastungspaket für Forstwirtschaft, Unternehmen und auch für den Endverbraucher werde. „Dazu ist eine Fristverlängerung zur Umsetzung von mindestens zwei Jahren erforderlich, und Mitgliedstaaten wie Deutschland, in denen ein Entwaldungsproblem in den vergangenen zehn Jahren nicht aufgetreten ist, sind als „Zero-Risk“ einzustufen“, fordert von Oldershausen.

In Deutschland und vielen anderen EU-Ländern ist der Waldschutz gesetzlich verankert, die Grundsätze von Nachhaltigkeit und Zertifizierung gelten. „Sollte die 2023 beschlossene EUDR zum Jahreswechsel 2024/25 wirksam werden, werden unsere Waldbesitzer mit einer Fülle von Dokumentationspflichten überzogen. Globale Entwaldung und Waldschädigung kann nicht mit bürokratischer Schikane gegen Niedersachsens Waldeigentümer eingedämmt werden. Wir können unsere Wälder für unsere Kinder und Enkel nur erhalten, wenn sie auch künftig aktiv bewirtschaftet und gepflegt werden“, führt von Oldershausen aus. Aber genau das konterkariere die EU-Politik durch völlig falsche Vorgaben und Weichenstellungen, da sie nur darauf ausgerichtet sei, Forstwirtschaft und Holznutzung zu behindern und die Wälder sich selbst zu überlassen. 

„Wie bei den vielen landwirtschaftlichen Auflagen zeigt sich auch bei der EUDR, dass statt Fakten ideologischer Starrsinn vorangetrieben wird. Auch die EUDR setzt auf Bevormundung statt auf Vertrauen. Sollte sie so in Deutschland umgesetzt werden, gefährdet sie nicht nur Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfungsketten und die Versorgung mit dem klimafreundlichsten aller Rohstoffe – unserem heimischen Holz, sondern sie setzt die Zukunft unserer heimischen Wälder aufs Spiel. Statt – wie von uns überall gefordert und von der Politik eigentlich versprochen – Bürokratie abzubauen, wird die EUDR mit ihrem weiteren Bürokratieaufbau den dringend notwendigen Aufbau und die Pflege klimaresistenter Wälder ausbremsen“, ist auch Waldbesitzer und Landvolk-Vizepräsident Kohlenberg überzeugt und hat die Petition, die unter https://www.openpetition.eu/petition/online/fuer-eine-selbstbestimmte-waldbewirtschaftung-gegen-eine-eu-politik-der-bevormundung erreichbar ist, schon unterzeichnet. (LPD 53/2024)

Hier zusätzlich der QR-Code zur Petition

Weitere Beiträge

Landwirt mit Handy

Landvolk: Weg vom Denken „Kontrolle – Sanktion – Widerspruch“

L P D – Seit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2023 gehört die FANi-App (Fotos Agrarförderung Niedersachsen) für viele Betriebe zum Förderalltag. „Niedersachsens Landwirte sind als Antragsteller inzwischen aktiv…

Erste-Hilfe-Training Foto: Pixabay

Erste Hilfe auf dem Hof: Bauern trainieren den Ernstfall

L P D – „Stell Dir vor, Du hast einen Herzinfarkt und bist mit deinem Trecker ganz allein auf dem Feld.“ Diese und viele weitere Szenarien beleuchtet Kursleiter Peter Stors…

Schafe auf der Weide

Herdenschutz, Weidezaunbau und Wolfsmanagement

L P D – Welche Möglichkeiten haben Weidetierhalter, ihre Schafe, Rinder und Pferde vor Angriffen von Wölfen zu bewahren? Diese Frage steht ihm Mittelpunkt des 2. Echemer Zauntags, der am…

Milchkühe

Gute Futterqualität ist Grundlage für gesunde Kühe

L P D – Der erste und für die Milchviehbetriebe wichtige Grassilageschnitt in Niedersachsen ist vielerorts abgeschlossen – mit überwiegend sehr guten Qualitäten, aber regional teils enttäuschenden Erträgen. Besonders im…

GAP-Reform: Landvolk bewertet EU-Vorschläge kritisch

L P D – Wie geht es mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 weiter, und welche Folgen hätten die Reformvorschläge der EU-Kommission für Landwirtschaft und ländliche Räume? Mit diesen…

Tag des offenen Hofes

Tag des offenen Hofes lockt Familien ins Grüne

L P D – Am 7. Juni bieten fast 50 Landwirtinnen und Landwirte beim niedersachsenweiten Tag des offenen Hofes von 10 bis 18 Uhr ein attraktives Rahmenprogramm aus Landwirtschaft, Genuss…