Bienenfreundliche Landwirte sorgen für Artenvielfalt

Der Landvolkkreisverband Wesermünde legt Blühbeete mit Kindergärten oder Schulklassen an Foto: Landvolk

Kleine Maßnahmen und große Projekte zum Tag der Biodiversität am 22. Mai

L P D – Landwirtinnen und Landwirte leben von und mit der Natur. Es gibt viele Projekte, die dieses Handeln mit Leben füllen und die offenkundig gezeigt werden – beispielsweise rund um den Internationalen Tag der biologischen Artenvielfalt am 22. Mai oder zuvor am Weltbienentag, der am 20. Mai stattfindet, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. „Mit unserer erfolgreichen Aktion Bienenfreundlicher Landwirt sensibilisieren wir seit 2019 Landwirte und Verbraucher für das Thema Arten- und Insektenschutz und fördern dazu den Dialog“, erklärt Arnd von Hugo von der Landvolk-Initiative Echt Grün, die diese Aktion alljährlich durchführt.

Aktuell gebe es rund 1.000 bienenfreundliche Landwirte, freut sich von Hugo über die positive Entwicklung des Projekts. Um an der Aktion teilnehmen zu können, muss der Landwirt aus einem vorgegebenen Maßnahmenkatalog eine Mindestanzahl an Punkten aus mehreren Kategorien erreichen. Diese Insektenschutzmaßnahmen können auf der Hofstelle, auf Ackerflächen, auf Grünland oder durch die Kooperation mit Imkern und Umweltschützern umgesetzt werden. „In der Kategorie I sind beispielsweise Maßnahmen aufgelistet, die auf der Hofstelle umgesetzt werden. Dazu zählen naturbelassene Unkrautecken mit einer Mindestgröße von 20 Quadratmetern, mehrjährige Sand- oder Feldsteinhaufen, der Staudengarten oder die Pflege einer Streuobstwiese“, zeigt von Hugo auf, der an seiner Hofstelle Blühflächen sowie Stein- und Totholzhaufen angelegt hat, die den Maßnahmen der zweiten Kategorie entsprechen. Landwirte, die 50 Prozent ihrer Feldrand- und Wegerandstreifen erst nach dem Ausblühen mähen, erfüllen hingegen Kategorie III des Maßnahmenkatalogs für den bienenfreundlichen Landwirt. Bis zum 16. Juni können interessierte Landwirte die Formulare zur Teilnahme einreichen. Infos unter https://eure-landwirte.de/bfl/

Mit vielen kleinen Aktionen sorgen Landwirte sowie Landvolk-Kreisverbände für mehr Artenvielfalt: Patenschaften für Blühflächen oder das Anlegen von Blühbeeten mit Kindergärten oder Schulklassen, wie es der Landvolkkreisverband Wesermünde am 14. Mai umsetzen wird, sind nur einige davon. Mit einem Aktionstag in den sozialen Medien macht zudem der Deutsche Bauernverband auf den Tag der biologischen Artenvielfalt aufmerksam.

Größer ist hingegen das Projekt „Kooperativ“ angelegt. In Südniedersachsen untersuchen die Universitäten Göttingen und Rostock sowie das Landvolk Northeim-Osterode die großräumige Wirkung von gemeinschaftlich angelegten Agrarumweltmaßnahmen (AUM), ihre ökonomische Bedeutung für die landwirtschaftlichen Betriebe und Strukturen, die die Umsetzung von kooperativen AUM auf Landschaftsebene fördern. 41 landwirtschaftliche Betriebe aus dem Landkreis Northeim haben mit Unterstützung von Gemeinden und Naturschutzverbänden schon 2023 rund 250 Hektar mehrjährige Blühflächen eingerichtet. In den kommenden fünf Jahren wird dort untersucht, wie sich die Artenvielfalt von Vögeln, Bienen und Laufkäfern verändert und ob es Steigerungen der Ökosystemleistungen Bestäubung und biologische Schädlingskontrolle gibt. Weitere Infos unter www.uni-goettingen.de/kooperativ/projekt. (LPD 36/2024)

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