Marktaussichten für „Bio“ wieder besser

Bio ist im Mainstream angekommen und wird auch immer mehr in Discountern platziert Foto: Landvolk

Ausschuss für Ökolandbau beleuchtete die aktuelle Stimmung in der Branche

L P DDer Lebensmitteleinzelhandel (LEH) will sich nach Einschätzung von Diana Schaack, Marktanalystin für Öko-Landbau bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in Bonn, mit Bio- und Verbandsware wie Demeter oder Naturland profilieren und nimmt den Öko-Erzeugern aktuell auch deshalb größere Mengen Verbandsware ab. „Auch im Fachhandel zeigt sich die Trendwende“, sagte die Expertin im Landvolk-Ausschuss für Öko-Landbau bei der jüngsten Sitzung in Hannover. Zudem werde „Bio“ auch vermehrt im Außer-Haus-Verkauf, also bei Kantinen, Restaurants und Lieferdiensten nachgefragt. Den Ausschuss-Vorsitzenden Carsten Bauck stimmten diese Marktaussichten durchaus froh: „Trotz aller Schwierigkeiten, vor allem mit dem Wetter und teils fehlender Lagerka-pazitäten, können die Biobauern wirklich zuversichtlich Richtung Frühjahr schauen“, fasste der Unternehmer die Stimmung im Fachgremium zusammen.

Ursächlich für den leichten Aufwind im Segment sei laut Schaack auch der vielerorts vorhandene politische Wille, den Ökolandbau zu fördern. Dies mache manchen Landwirten Mut, aber dennoch seien die Umstellungsquoten „von konventionell auf bio“ eher mau und lägen deutlich hinter den politischen Wünschen und Erwartungen zurück. Zudem verzeichne sie bei ihren Analysen noch immer eine Zurückhaltung und eine enorme Preissensibilität bei Verbrauchern. „Vor dem Griff zur Bio-Ware gibt es erstmal den Blick ins Portemonnaie“, so Schaack. Den Erzeugern selbst machen immer noch volatile Preise für Energie und Transport sowie Schwankungen der Preisgestaltung zu schaffen; hier fehlt dann die Planbarkeit für den einzelnen Betrieb. Unverändert „hartleibig“ zeige sich zudem der Handel bei den Vertragsverhandlungen. Oftmals könnten die Verarbeiter auch die von den großen Ketten gewünschten riesigen Mengen nur mit entsprechender Vorlaufzeit anbieten. Besonders Hafer ist knapp.

Bei der privaten Nachfrage der Haushalte in Deutschland nach Öko-Gemüse liegen die Möhren mit fast 28 Prozent Bio-Anteil weit vorn in der Käufergunst. Auf Platz zwei folgen Zwiebeln mit zwölf Prozent. „Bio ist im Mainstream angekommen und wird auch immer mehr in den Discountern platziert“, erläuterte Schaack. Beim Fleisch sei ein reduzierter und bewusster Konsum zu beobachten. Die regionale Vermarktung sieht die Expertin trotz nicht unerheblicher Schwankungen im Absatz als festes Standbein für Ökobetriebe: „Dieser Bereich ist gekommen, um zu bleiben.“ (LPD 17/2024)

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