Mehr Frauenpower vom Land in die Politik!

Elisabeth Brunkhorst sprach anlässlich der Zukunftswerkstatt 2020 auf der IGW in Berlin über den Gesellschaftsvertrag Foto: André Wagenzik

Niedersachsens Landfrauen rufen mit landesweiter Kampagne auf, sich zu engagieren

L P D – „Wir brauchen dringend Frauen, die in der Politik mitmischen und vor allem mitbestimmen, denn Politik ist viel zu wichtig, um sie allein den Männern zu überlassen“, ruft die Präsidentin des Niedersächsischen Landfrauenverbands Hannover, Elisabeth Brunkhorst, Frauen jeden Alters dazu auf, sich nicht nur an der Anfang November gestarteten Kampagne zu beteiligen, sondern sich aktiv einzubringen. „Wir brauchen mehr Frauen in Gremien und Parlamenten – aus dieser Überzeugung heraus haben wir Anfang November im Internet in unserem Projekt „Demokratie meint dich! – Frauen fair-treten im ländlichen Raum?“ die Kampagne „Frauen in die Politik“ gestartet“, erklärt Brunkhorst gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Seit dem 10. November sind Frauen eingeladen, mittwochs um 18 Uhr mit politisch aktiven Frauen online zu diskutieren. Auf dem Programm stehen drei Online-Veranstaltungen dazu, wie „Das kleine ABC für den Gemeinderat“, „Der kleine Unterschied: Frauen und Männer in der Politik“ und „Ich will mich politisch engagieren, aber wie gehe ich vor?“. „Seit dem 1. November haben wir zudem im Rahmen der Kampagne damit begonnen, auf den Social-Media-Kanälen des NLV (Facebook und Instagram) regelmäßig Frauen mit Fotos und Statements zu zeigen, die politisch aktiv sind, mit Ziel Frauen zu motivieren, sich ebenfalls politisch zu engagieren“, hofft Brunkhorst so die Frauen wachzurütteln und deren Hemmschwelle zu verkleinern. Brunkhorst selbst ist nicht politisch aktiv, dazu fehle ihr aufgrund ihres anspruchsvollen Ehrenamtes als Landfrauenvorsitzende und den damit verbundenen vielen Terminen die Zeit. „Doch letzten Endes machen wir hier permanent Frauenpolitik“, zeigt sich die 50-jährige Landfrauenvorsitzende kämpferisch.

Immer noch herrschten in den Köpfen alte Frauenbilder, meint Brunkhorst. Tagtäglich zeigen die Nachrichten, wie mit Frauen in Polen, Belarus und Russland umgegangen werde. Gerade jüngere Frauen sollten sich trauen, in die Politik zu gehen. „Frauen haben an sich selbst einen höheren Anspruch und stehen sich somit selbst im Wege. Sie haben Angst, fachlich nicht gut genug zu sein. Männer hingegen scheinen über solche Selbstzweifel erhaben zu sein“, sieht Brunkhorst den Hauptgrund. Besonders auf dem Land bestehe Nachholbedarf. „In Großstädten sind Frauen mit bis zu 40 Prozent politisch aktiver als auf dem Land, wo nur 27 Prozent der Frauen in der Politik ihren Mann stehen. Und während 2013 noch 17 Prozent der Frauen Oberbürgermeisterin waren, sind es 2019 nur noch 8 Prozent“, berichtet die Landfrauen-Präsidentin.

Deshalb ruft sie junge Frauen auf, auch wenn der Ton in der Politik harsch sei, es einfach mal zu machen und auszuprobieren. „Mutig sein, vorangehen: Man kann viel bewirken und Politik kann Spaß machen, auch wenn manches dauert. Wir haben die Ausdauer für diese vielen kleinen Schritte. Insgesamt muss Politik jünger und weiblicher werden“, sieht Elisabeth Brunkhorst die Notwendigkeit, denn Männern fehle in bestimmten Situationen einfach die Empathie. Frauen hingegen reden nicht so viel und machen es einfach. Daher wünscht sich Brunkhorst einen Mix aus jung und mit frischen Ideen sowie älter und erfahrener, denn das bilde die Politik aktuell nicht ab: „Die Mischung macht’s!“ Zu der Kampagne hat der NLV zudem ein „Begleitprogramm“ zusammengestellt, das thematisch passende Anregungen für Filme, Bücher und Podcasts beinhaltet. Weitere Infos unter https://landfrauen-nlv.de/projekte/demokratie-meint-dich-frauen-fair-treten-im-laendlichen-raum/kampagne-frauen-in-die-politik.html (LPD 87/2021)

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Silke Breustedt-Muschalla

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