Lichtblicke am Schweinemarkt

Jörn Ehlers. Foto: Landvolk Niedersachsen

Nach erheblichen Corona-Turbulenzen entspannt sich die Lage ein wenig trotz ASP

L P D – Zwar lässt sich die Lage noch nicht als rosig bezeichnen, aber die Import-Signale aus Fernost bedeuten für Niedersachsens schweinehaltende Betriebe zumindest kleine Lichtblicke nach äußert schwierigen Monaten. „Wir schauen trotz aller Unwägbarkeiten einigermaßen zuversichtlich ins Frühjahr“, sagt Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolk Niedersachsen und neuer Vorsitzender des Veredelungssauschusses im Landesbauernverband, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst.

Der vorsichtige Optimismus beruht auf Zahlen, die Albert Hortmann-Scholten, Marktexperte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dem Ausschuss jetzt vorgelegt hat. Der Fachmann differenziert jedoch stark: „Zum einen bleiben die Futtermittelpreise hoch. Zudem führt der Verlust der Drittlandsexportmärkte weiter zu erheblichem Druck für die Erzeuger. Und es darf nicht vergessen werden, dass die Preise für Schweine gegenüber dem Vorjahr um mehr als 30 und für Ferkel sogar um weit mehr als 50 Prozent eingebrochen sind.“ Das zurück liegende Corona-Jahr schlägt nach Angaben des Experten insgesamt sogar mit Umsatzeinbrüchen von bis zu 70 Prozent zu Buche.

Zwar gibt es bei der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinpest (ASP) entlang der Grenze zu Polen noch keine Entwarnung, aber immer mehr Länder in Asien lockern aufgrund erfolgreicher Verhandlungen der Bundesregierung die Einfuhrregeln. Jörn Ehlers zeigt sich über diese Entwicklung sehr erleichtert: „Dieser Markt ist so wichtig für uns, dass wir über jede Öffnung froh sind.“

Innerhalb der Europäischen Union ist der Handel mit Schweinefleisch ohnehin weiter möglich, da das Regionalisierungskonzept für die ASP anerkannt ist. Der Handel wird lediglich für Betriebe eingeschränkt, die im Restriktionsgebiet liegen. Nach Vietnam, Thailand und Singapur darf wieder exportiert werden; gute Signale für ein Aufheben des Importstopps gibt es auch aus Japan. Mit China wird weiter intensiv verhandelt. Nach Kanada und Bosnien-Herzegowina darf ebenfalls wieder aus ASP-freien Gebieten geliefert werden.

Eine riesige Spanne klafft weiterhin zwischen den Erzeuger- und Verbraucherpreisen. „Wir müssen uns immer noch vehement dafür einsetzen, dass der Lebensmittelhandel die Margen anpasst und uns Haltern ein größeres Stück vom Kuchen abgibt“, fordert Vizepräsident Ehlers abschließend. (LPD 19/21)

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