Erfolge bei restriktiver Antibiotika-Anwendung

Foto: Landvolk Niedersachsen

Landwirte sind sich ihrer Verantwortung bewusst

L P D – Auf die Erfolge bei vermindertem Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin weist das Landvolk Niedersachsen hin. Auch wenn sich die angestrebte Verringerung des Antibiotikaeinsatzes zwischenzeitlich abgeschwächt hat, stellt Hubertus Berges, stellvertretender Vorsitzender des Veredelungsausschusses beim Landvolk, klar: „Es ist seit Jahren bekannt, dass sich der Einsatz von Antibiotika bei Masttieren auf einem gewissen Niveau einpendeln wird. Dieses Niveau ist schon vergleichsweise niedrig und wird konstant gehalten. Weitere Anstrengungen der Antibiotikareduktion dürften mit Tierschutzproblemen einhergehen.“

Die Abgabemenge sank in Deutschland zuletzt bereits um 52,2 auf 670 Tonnen (minus 7,2 Prozent) und erreichte damit das niedrigste Niveau seit der ersten Erfassung im Jahr 2011. Das entspricht einem bundesweiten Rückgang in diesem Zeitraum von 60,7 Prozent, so das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Einen ähnlichen Wert erreicht Niedersachsen, betonte Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast kürzlich in einer Rede: Hier sind die Antibiotika-Verbrauchsmengen von 726 auf 386 Tonnen reduziert worden.

2014 wurde das Antibiotika-Minimierungskonzept in das Arzneimittelgesetz (AMG) des Bundes aufgenommen. Seither müssen Landwirte den Einsatz von Antibiotika in ihren Mastbeständen melden. Halbjährlich werden 25 Prozent der Tierhalter reglementiert, sofern sie oberhalb der sogenannten Kennzahl 2 liegen. Das bedeutet, dass sie gemeinsam mit ihrem Tierarzt Maßnahmen ergreifen müssen, um ihren Antibiotikaeinsatz noch weiter zu reduzieren. Diese Praxis wurde im Rahmen der AMG-Evaluierung im Jahr 2019 durch das Landvolk kritisiert, denn wenn der Einsatz von Antibiotika weiterhin sinkt, werden auch Betriebe, die wenig Antibiotika einsetzen, zukünftig reglementiert werden. „Es ist utopisch, den Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin gen Null anzustreben“, sagt Berges. „Genau wie Menschen, werden auch Tiere krank. Allein aus Tierschutzgründen steht auch Tieren eine adäquate therapeutische Behandlung zu, die einen angemessenen Einsatz von Antibiotika umfasst.“

Das Landvolk hält es für dringend geboten, den Umgang mit Betrieben, die oberhalb der Kennzahl 2 liegen, neu zu regeln und mahnt zur Nachbesserung des vorliegenden Entwurfs eines nationalen Tierarzneimittelgesetzes. „Es kann nicht sein, dass Betriebe, in denen wenig Antibiotika verantwortungsvoll eingesetzt werden, dauerhaft stark reglementiert werden“, sagt der stellvertretende Vorsitzende. „Tierärzte und Landwirte sind sich seit Jahren ihrer Verantwortung bewusst, Antibiotika nur dann einzusetzen, wenn es erforderlich ist.“

Ansprechpartnerin für diesen Artikel:

Pressesprecherin

Sonja Markgraf

Pressesprecherin

Tel.: 0511-3670431

E-Mail-Kontakt

Weitere Beiträge

Landwirt mit Handy

Landvolk: Weg vom Denken „Kontrolle – Sanktion – Widerspruch“

L P D – Seit der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) 2023 gehört die FANi-App (Fotos Agrarförderung Niedersachsen) für viele Betriebe zum Förderalltag. „Niedersachsens Landwirte sind als Antragsteller inzwischen aktiv…

Erste-Hilfe-Training Foto: Pixabay

Erste Hilfe auf dem Hof: Bauern trainieren den Ernstfall

L P D – „Stell Dir vor, Du hast einen Herzinfarkt und bist mit deinem Trecker ganz allein auf dem Feld.“ Diese und viele weitere Szenarien beleuchtet Kursleiter Peter Stors…

Schafe auf der Weide

Herdenschutz, Weidezaunbau und Wolfsmanagement

L P D – Welche Möglichkeiten haben Weidetierhalter, ihre Schafe, Rinder und Pferde vor Angriffen von Wölfen zu bewahren? Diese Frage steht ihm Mittelpunkt des 2. Echemer Zauntags, der am…

Milchkühe

Gute Futterqualität ist Grundlage für gesunde Kühe

L P D – Der erste und für die Milchviehbetriebe wichtige Grassilageschnitt in Niedersachsen ist vielerorts abgeschlossen – mit überwiegend sehr guten Qualitäten, aber regional teils enttäuschenden Erträgen. Besonders im…

GAP-Reform: Landvolk bewertet EU-Vorschläge kritisch

L P D – Wie geht es mit der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 weiter, und welche Folgen hätten die Reformvorschläge der EU-Kommission für Landwirtschaft und ländliche Räume? Mit diesen…

Tag des offenen Hofes

Tag des offenen Hofes lockt Familien ins Grüne

L P D – Am 7. Juni bieten fast 50 Landwirtinnen und Landwirte beim niedersachsenweiten Tag des offenen Hofes von 10 bis 18 Uhr ein attraktives Rahmenprogramm aus Landwirtschaft, Genuss…